Mühlental-Rundweg Schmied in der Weiz nach St. Kathrein am Offenegg

 

 

Distanz

Höhenmeter

Dauer

Schmied in der Weiz

Karlwirt

10 km

475 HM

3,5 h

       

Ich muss gestehen – ich habe eine Schwäche für Mühlen. Zum Teil liegt das daran, dass mein Lieblingsjugendbuch „Krabat“ von Ottfried Preußler von einer Mühle handelt. Doch auch in Märchen sind Mühlen, Müller (und auch deren Töchter) immer wieder sehr präsent. Nicht nur wegen der Geschichten mag ich diese Gebäude – ich bin auch eine begeisterte Getreidevertilgerin: egal ob Brot, Nudeln oder die veredelte Form (nein, nicht Whisky), sondern Mehlspeisen aller Art.

Also beschlossen wir an einem heißen Sommertag, sehr früh nach Schmied in der Weiz zu fahren, um den Mühlental-Wanderweg zu begehen. Vom Karlwirt aus startet die Wanderung (wir wären gerne dort eingekehrt – leider hatte dieses Gasthaus Betriebsurlaub). Eine Tafel zeigt den Wanderweg, und wir konnten lesen, dass es früher in St. Kathrein 99 Bauern und 101 Mühlen gegeben hatte.

Mühle ist nicht gleich Mühle. Im Weinviertler Freilichtmuseum „Niedersulz“ kann man eine wunderbare, herrschaftlich wirkende, gemauerte Mühle besuchen. Sie wurde früher bewohnt. Die Mühlen im Lambachtal waren aus Holz und wurden (glaube ich) nie bewohnt. So wie die „Lambacher Mühle“, die unterhalb eines Bauernhauses am Bach steht. Der Weg zwischen Bauernhaus und Mühle ist nicht weit. Und auf diesem Weg saßen an dem Julitag drei gelangweilte Katzen und beobachteten uns. (Da fällt mir ein Spruch von Marie Ebner-Eschenbach ein: „Die Katzen halten keinen für eloquent, der nicht miauen kann.“ Wie wahr.)

Bei der Lambacher Mühle steht ein riesiger Feuersalamander aus Hufeisen, der sich mühsam aus dem Bach zu schleppen scheint. Etwas miesepetrig sah er aus – wahrscheinlich, weil er auch nicht miauen kann und sich deshalb nicht mit den Katzen unterhalten kann.

Weiter ging es am Bach entlang, wir querten die Asphaltstraße und kamen zu einer Brücke. Dort standen wir dann eine Zeit lang und betrachteten den Wasserfall. Im kühlen Wald bummelten wir weiter und hörten Zaunkönige, Wintergoldhähnchen und Mönchsgrasmücken zwitschern … dann kam die erste Kuhweide. Junge Tiere … männliche junge Tiere. Ein halbwüchsiger Stier stampfte kurz mit dem Vorderfuß, als wir des Weges kamen, und schon hatte er uns so weit, dass wir den bequemen Wanderweg verließen und einen steilen Hang bergauf kletterten. Weiträumig umrundeten wir die Wiederkäuer und kamen dann heil (und mit sehr schmutzigen Schuhen) bei einer Raststätte vor einem Bauernhaus an.

Der Landwirt, mit dem wir ein nettes Gespräch führten, hatte einen ganz besonderen Rastplatz für müde Wanderer erschaffen. Hier mussten wir einfach verweilen und schauen: plätschernde Brunnen, prachtvolle Blumen, Hufeisenskulpturen … und dann gab es da noch einen Kühlschrank mit erfrischenden Getränken (freiwillige Spende) sowie ein WC.

Auf dem Weiterweg sahen wir dann Kälbern beim Kneippen zu – diese beobachteten ihrerseits meinen Mann Gregi, der in der Wiese lag, um besonders tolle Bilder zu knipsen (wohlbemerkt: Die Wiese war in der Früh noch ganz taunass). Die Grabenflorl-Mühle ist noch intakt, und das Mühlrad drehte sich – etwas später kamen wir zur Winkelbauermühle, die vor einigen Jahren restauriert wurde. Dafür wurden 2.000 ehrenamtliche Stunden geleistet – es hat sich ausgezahlt. Nun steht sie märchenhaft im Wald und wird von einem Drachen bewacht. Ein weiteres Kunstwerk aus Hufeisen vom Künstler Sascha Exenberger. Dieser Drache ist mein absoluter Favorit – mit seinen roten Flügeln und seinen grün leuchtenden Augen.

Steil ging es nun den Wald bergauf, dann erreichten wir eine Forststraße. Da diese auch eine Teilstrecke anderer Wanderrouten war, trafen wir hier auch andere Outdoorfreaks.

Die Erkenntnis des Tages: Dank E-Bikes können Radfahrer selbst dann noch miteinander zanken, wenn der Weg steil bergauf führt. Ihnen geht einfach nicht die Puste aus. Wie doch die Technik unser Leben bereichert!

Vom Ortsteil Zeil hatten wir eine ganz besondere Aussicht – von der Weizklamm über den Schöckel, das Passailer Becken … traumhaft. Die nächste Hufeisenskulptur hätten wir fast versäumt – so sehr waren wir vom Panorama gefesselt. Etwas versteckt oberhalb des Weges war sie, die Schnecke. Genauer gesagt bei der Abzweigung zum „Vogelbeer-Panoramaweg“. (Diese Wanderung ist auch sehr empfehlenswert. Mit 4,63 km und 158 HM ist sie in eineinhalb Stunden gut zu schaffen. Sehr schöne Aussicht.)

Wir blieben auf unserem Mühlental-Rundweg, nun ging es bergab. Neben der Straße wuchsen prächtige, alte Lindenbäume und dann – wie paradiesisch – das Hotel Spreitzhofer mit einer ganz tollen Terrasse und für die Kinder einem noch tolleren Kinderspielplatz. Da konnten wir natürlich nicht vorbei (zum Glück). Meine Kartoffel-Steinpilz-Roulade auf Ratatouille war ein Gedicht!!! Nach einer sehr großen Tasse Cappuccino hatten wir dann wieder Kraft genug, um weiterzugehen.

Wir kamen an den „hängenden Gärten der Sulamith“ vorbei (die würden wir ein andermal besuchen), an der Edelbrennerei Graf (wieder ein Lindenbaum der Extraklasse) und an der Kathreiner Alpakafarm. Von hier hatten wir schon einen tollen Blick auf die Kirche. Kurz ein Stückchen bergab zum „Steirischen Panther aus Hufeisen“.

Die Kirche von St. Kathrein gefällt mir. Sie ist nicht schmal und lang, sondern irgendwie wohlproportioniert und bodenständig. Ein massiver Turm, daneben runde Bauteile, ein gotisches Portal. Innen ist sie hell und freundlich und hat eine sehr angenehme Atmosphäre. Sieht man nach vorne, dann gibt es den Hochaltar, geht man nach rechts, sieht man den ehemaligen Hochaltar. Zweimal wurde die Kirche umgebaut – einmal in der Hochgotik und einmal im Hochbarock. Und dort hat man dann die Kirchachse geändert.

Ein Bild zeigt auch die heilige Katharina – zu ihren Füßen ein kaputtes Rad. „Barbara mit dem Turm, Margareta mit dem Wurm und Katharina mit dem Radl – das sind die drei heiligen Madln.“ Würde man die drei Initialen nehmen: K + M + B – die gleichen wie die Jungs mit ihrem Weihrauch, Gold und Myrrhe. Nur dass diese drei Frauen zu den 14 Nothelfern gehören und im Leben fürchterliche Grauslichkeiten erlebt hatten. (Die Frauenquote bei den Nothelfern: 3 von 14.)

Ein neuer Pilgerort hat sich unterhalb der Kirche entwickelt. Ich hatte ja schon von der Veredelung von Mühlenprodukten gesprochen – und Eveline Wild als Konditor-Weltmeisterin beherrscht diese Kunst besonders gut. Da wir jedoch noch satt und zufrieden waren (und dunkle Wolken über den Bergen aufzogen), zogen wir es vor, über den Kirchsteig zum Ausgangspunkt unserer Wanderung zu gelangen.

An einem Dammhirschgehege vorbei, über eine Kuhweide und dann den Serpentinenpfad den steilen Wald hinunter. Inzwischen hörten wir auch schon Donnergrollen – also beeilte ich mich. Gregi blieb stoisch ruhig und wollte sich partout nicht sputen.

Auf den letzten Metern zum Auto fielen die ersten Regentropfen – ich war heilfroh, rechtzeitig ins Trockene zu kommen. Kaum saßen wir in unserem fahrbaren Untersatz, hörte es zu regnen auf. Gut, die Weizklamm bei einem schlimmen Gewitter zu durchfahren wäre auch keine beruhigende Vorstellung für mich.

Übrigens: Weizklamm. Ich weiß nicht, ob es anderen Personen genauso geht. Aber bei jeder Kurve stelle ich mir immer vor, dass ein Drache uns entgegenfliegen könnte – ein hübscher Drache – aus Hufeisen und mit roten Flügeln und grünen, wunderbaren Augen.

 

 

Von Lockenhaus zur Margarethenwarte

 

 

Distanz

Höhenmeter

Dauer

Lockenhaus Hauptplatz

7 km

160 HM

2 h

 

Die Burg Lockenhaus gehört zu den originellsten und geheimnisvollsten Burgen in Österreich. Diesem historischen Gebäude wollten wir einen Besuch abstatten – doch zuvor wollten wir im Naturpark Geschriebenstein wandern.

Vom Hauptplatz ging es in Richtung der Kirche und dann rechts der Straße „Graben“ bergauf, am Ortschild vorbei und bei der Linkskurve in den Wald. Für burgenländische Verhältnisse ist dieser Wanderweg vorzüglich mit gelben Schildern markiert (man kann auch dem Weg Nr. 09 folgen).

Wir waren ziemlich alleine in diesem Wald, nur auf dem Gegenhang war ein älterer Herr mit einem Dackel unterwegs. Wir genossen die Umgebung, beobachteten Hirschkäfer im Flug und einen Schwarzspecht. Gregi wagte sich sogar ins Unterholz, weil er unbedingt die Baumhöhle entdecken wollte, in der sich junge Spechte lauthals unterhielten bzw. nach Futter schrien.

Ich stieg währenddessen den Forstweg hinauf. Eichen, Hainbuchen, Föhren und Teppiche von Heidelbeeren – eine Pracht. Endlich holte mich Gregi ein – zeitgleich mit ihm kam auch ein Auto (Forstweg mit Schranken).

Der Wagen hielt an und das Fenster wurde heruntergelassen. Ein Jäger begann ein nettes Gespräch, wir erzählten, dass wir zur Margarethenwarte wollten – er erzählte uns von den Wildschweinen, die sich hier sehr wohlfühlten. Als er weiterfuhr, meinte ich zu Gregi: Die Burgenländer sind richtig freundliche Leute und sie sind auch sehr kontaktfreudig.

Gregi, der weniger blauäugig ist als ich, antwortete: „Ich glaube, der ist nur wegen uns hierhergefahren. Mir ist eher vorgekommen, dass er kontrollieren wollte, was wir hier machen.“

„Kontrollieren, was Wanderer auf einem offiziellen Wanderweg machen?“, überlegte ich … und betrachtete Gregi mit seinem Fernglas, das er umgehängt hatte, und seinem schwarzen Stativ, das ihm meterweit aus dem Rucksack ragte.

„Glaubst du, dass der Mann mit dem Hund dein Stativ als Gewehr eingestuft und dich damit als Wilderer angesehen hat?“

Dieser Gedanke erheiterte mich einigermaßen. Wobei mir der Jäger jetzt ein bisschen leid tat. Einen vermeintlichen Wilderer durch den Wald zu verfolgen ist sicherlich nicht allzu angenehm … aber trotzdem: Gregi als Wildschütz – diese Vorstellung ist so skurril, dass ich den Rest des Tages darüber schmunzeln konnte.

Wir überquerten eine Bundesstraße, gingen über einen Parkplatz und erreichten nach kurzer Zeit die Margarethenwarte. Ein erstklassiger Aussichtsturm – schön massiv aus Holz. Auch begehbar für Menschen mit ein klein wenig Höhenangst. Und die Aussicht über ein Meer von Eichenbäumen ist einfach herrlich.

Zurück zum Parkplatz und dann in Richtung Paulusbrunnen. Hier startet auch eine gut betreute Mountainbike-Strecke. Diese Seite des Berges war steil – doch nicht so steil, als dass es ein Hindernis für einen Harvester gewesen wäre. Es waren jedoch genügend Bäume übrig, sodass wir immer im Schatten des Waldes wandern konnten.

Im Tal war eine Brücke zu überqueren, und schon sahen wir sie, die Ritterburg Lockenhaus. Auf einem Hügel stehend, von Teichen im Tal umgeben. Von dieser Seite konnte man die Festung kaum belagern.

Schon früh gab es auf diesem Hügel ein Kastell – angeblich eines der Römer. In der Nähe verlief die Bernsteinstraße, die gesichert werden wollte. Im 13. Jahrhundert wurde dann die Burg erbaut. Astronomisch ausgerichtet sollte das Gebäude sein – auch Tempelritter hätten sich darin aufgehalten.

Die Templer waren ein Ritterorden, der 1118 gegründet wurde. Einige Söhne des Hochadels fanden ihren Weg zu den Templern – mit ihnen auch eine große Menge Kapital. Die Aufgabe dieses geheimnisumwitterten Ordens war die Sicherung der Pilgerrouten ins Heilige Land. Nebenbei kümmerten sie sich um eine Art Geldwesen (Überweisungen gab es ja damals noch nicht – aber man konnte bei ihnen Geld einzahlen und an einem anderen Ort wieder beheben). Doch diese frühen „Banker“ transferierten nicht nur Geld, sondern auch Wissen (vielleicht verdanken wir ihnen die wunderbaren gotischen Bauten).

Ein Symbol der Tempelritter ist das sogenannte Tatzenkreuz. Und eben dieses Tatzenkreuz findet sich in der Mauer des geheimnisvollen und mystischen „Kultraums“ in der Burg Lockenhaus. Dieser unterirdische Raum konnte früher nur durch einen Einstieg über eine Dachluke erreicht werden, ein kleines Wasserbecken befindet sich unter der Luke. Die Wände dieses Raumes wurden aus großen Steinquadern gemauert, welche im Normalfall nur bei sakralen Bauten vorkamen.

Bei der Burgbesichtigung konnten wir bequem durch einen nachträglich errichteten Eingang in den Kultraum gelangen – da standen wir in diesem mystischen Raum mit seiner Dachluke und seinem Wasserbecken. Wozu dieser Raum auch gedient hat (Sternebeobachtung, Initiationsriten, sakrale Feiern etc.), sicher bin ich mir nur, dass es keine mittelalterliche Zisterne war.

In diesem „Kultraum“ steht ein außergewöhnlicher Stein mit einem eingeritzten Symbol. Die Deutungen dieses Ritzbildes sind sehr verwegen: Diverse Leute sahen darin die Bundeslade, eine doppelköpfige Schlange oder einen heiligen Knoten. Gregi und ich haben keinen Hang zur Mystik. Gregi interpretierte das Bild als Brezel (er hatte schon Hunger) – ich sah im Bild eine Eule, die unter Verstopfung leidet.

Riesig ist der Rittersaal der Burg – er macht ein Drittel der Grundfläche aus. Das war wohl auch unter anderem der Grund, warum diese Festung mit den Templern in Verbindung gebracht wurde. In diesem Rittersaal oder in der Konzerthalle darüber kann man wohl wunderbare Feste feiern.

Rustikal dürfte es bei den „Raubritter- und Landsknechtmahlen“ auf der Burg zugehen. Sehenswert ist die Rauchküche, die um 1550 entstanden sein soll.

Die Burg Lockenhaus kann mit zwei Rekorden aufwarten. Zuerst der erfreuliche: In der Burg befindet sich die Wochenstube der größten Wimperfledermaus-Kolonie Europas.

Der zweite Rekord ist sehr traurig. Das Guinness-Buch der Rekorde nennt die „Blutgräfin“ Elisabeth Báthory-Nádasdy (1560–1614) als die größte Serienmörderin aller Zeiten. Diese sadistische Psychopathin hat angeblich über 600 junge Mädchen gequält und getötet. Lockenhaus war einer von mehreren Orten, an denen diese brutale Mörderin ihr Unwesen trieb. Irgendwann konnte man ihr Treiben nicht mehr vertuschen, und sie erhielt „Zimmerarrest“, während ihre Bediensteten zur Todesstrafe verurteilt wurden. Doch der Kaiser hatte offensichtlich den Wunsch, dass dieser edlen Dame „kein Leid zugefügt“ werden dürfe.

So viele Menschen zu töten war im Auge des Kaiserhauses offensichtlich keine große Verfehlung. Ihr Enkel Franz III. Nádasdy allerdings verärgerte einen Habsburger Herrscher dermaßen, dass er als Verräter hingerichtet wurde. Die ungarischen Adeligen befanden, dass Kaiser Leopold I. zu wenig Hilfe bei der Abwehr der Türken leistete. Auch Franz III. Nádasdy war dieser Meinung und trat für die Freiheit des ungarischen Volkes ein – ohne Herrschaft der Habsburger. Dafür wurde er geköpft.

Dazu gibt es auch eine äußerst makabre Geschichte: Franz III. Nádasdy wurde in der Gruft des Augustiner-Eremiten-Klosters in Lockenhaus begraben. Bis 1875 gab es einen eigenen „Gruseltourismus“ zu dieser Gruft. Denn der Mesner holte für Interessierte den abgeschlagenen Kopf des Hingerichteten aus dem Sarg und präsentierte ihn den Schaulustigen.

Ganz so abartig ist der Gruseltourismus der heutigen Tage nicht mehr in Lockenhaus. Gut, es gibt unter anderem auch eine „Blutgräfin“-Führung oder eine „Dracula“-Führung, es gibt ein Gruseldinner („Dracula-Eventtheater“ oder das „Mörderische Abendmahl“) – zum Glück gibt es allerdings auch als Gegenpart dazu die Fledermaus-Führung.

Um ganz ehrlich zu sein, muss ich zugeben, dass ich mich in den Räumen der Burg nicht besonders wohlgefühlt habe und richtig froh war, das Gemäuer wieder zu verlassen. Nur in den Prof.-Paul-Anton-Keller-Gedenkräumen war es einigermaßen angenehm.

Der Dachboden der Burg muss allerdings auch okay sein, ansonsten würden sich hier die Fledermäuse nicht so wohlfühlen. Und die Mauersegler, die rund um den Turm flogen, waren auch recht munter und fröhlich.

Zurück am Hauptplatz Lockenhaus besuchten wir dann einen richtigen Wohlfühlort: das Kaffeehaus „Die Eismacher“ – ganz ohne Gruselfaktor und mit vielen Kalorien. Genauso, wie wir es mögen 😊

 

 

 

Kesselfallklamm-Steintor Rundweg

 

 

Distanz

Höhenmeter

Dauer

 

2,7 km

180 HM

1,5 h bis 2 h

    

Die Kesselfallklamm ist ein wahres Naturjuwel im Norden von Graz. Eltern mit Kindern lieben dieses gut besuchte Ausflugsziel. In meinen zahlreichen Wanderführern konnte ich diese Tour jedoch beinahe nicht finden. Nur in den „Erlebniswanderungen“ von Hans Hödl wurde ich fündig.

Diese Klamm mit ihren tollen Steiganlagen wird als die kleine Schwester der Bärnschützklamm bezeichnet. Mehr als 50 Brücken und etwa 2.800 Sprossen begeht man auf dieser Wanderung – und diese großartige Anlage muss auch betreut werden.

1904 war die feierliche Eröffnung der Stege, die vom Steirischen Gebirgsverein montiert worden waren. Schon 1873 hatte man einen Fußweg zur Kesselfallklamm angelegt. Doch der Röschitzbach ist eigenwillig. Hin und wieder verschwindet er – was den Stegen nichts ausmacht. Doch hin und wieder schwillt er auch gewaltig an – was für die Holzstege fatal ist. 1975 gab es zum Beispiel ein Hochwasser, bei dem Brücken weggerissen wurden. Und im Juni 2024 ereignete sich wieder ein solch verheerendes Ereignis: Vier Brücken mussten ersetzt, 15 bis 16 Meter Stege sowie 60 Meter Handläufe erneuert werden. Außerdem musste ein Auto von der Feuerwehr aus der Klamm geborgen werden, das durch die massiven Wassermassen in die Tiefe gespült worden war.

Im August 2025, als wir in der Klamm unterwegs waren, zeigte sie sich von ihrer allerbesten Seite. Wir waren bereits um 5 Uhr früh aufgestanden, um beim Wandern der größten Hitze zu entgehen. Beim Sandwirt gibt es Parkplätze. Es bedarf einer gewissen Disziplin, an dem wirklich einladenden Gastgarten neben der herrlichen Linde (Naturdenkmal) vorbeizugehen. Doch man kommt ja schließlich wieder zurück – also auf zur Wanderung.

Eine große Wiese mit Bienenhäuschen und Bänken – links neben uns sollte es einen Bach geben. Sollte – aber kein Wasser. Wir kamen zum Eingang der Klamm, wo man um eine freiwillige Spende gebeten wird. Angesichts der vielen hervorragend gewarteten Stege wird die Spende sicherlich gut verwendet.

Kaum hatten wir die Klamm betreten, gab es auch schon Wasser. Es hüpfte munter über die Steine, kleine Wasserfälle – größere Wasserfälle (der höchste hat eine Fallhöhe von 38 Metern). Riesige Steine liegen im Bachbett, schneeweiß. Blickt man nach oben, sieht man die spektakuläre Steiganlage – wow! Links und rechts neben uns türmten sich hohe, schroffe Felswände auf – helle Kalksteine – mit ganz vielen Höhlen, wie ein Schweizer Käse. Auf eine dieser steilen Felswände führt ein Klettersteig; darunter befindet sich ein seichtes Wasserbecken – richtig toll für Kinder. In dieses Wasserbecken mündet der herrliche Wasserfall. Durch die Klamm zieht ein kühles Lüfterl – wie wohltuend! So lässt sich ein heißer Sommertag richtig genießen. Noch dazu duftete es hier ganz wunderbar nach Zyklamen – der schönste Duft im August.

Pflanzen sind offensichtlich schwindelfrei, dachte ich, während ich eine richtig steile Treppe hinaufstieg und die Mini-Glockenblümchen und Mini-Farne betrachtete. Ich bin normalerweise nicht ganz schwindelfrei, aber diese Steiganlagen sind so toll gemacht, dass ich mich hier sehr sicher fühlte. Ich sah auf das fallende Wasser, das im Laufe von sehr, sehr vielen Jahren zwei kreisrunde Wannen mit spiegelglatten Wänden ausgespült hatte. In einem Felsenspalt hatte sich ein Stein verklemmt; dahinter schoss das Wasser in die Tiefe. Durchatmen und Kraft tanken.

Apropos Kraft tanken: Radiästheten hatten die Klamm untersucht. Acht spezielle Kraftpunkte gibt es in ihr. Einer davon liegt bei der Gedenktafel zur Eröffnung der Klamm 1914. Ich stand also dort (tags zuvor hatte ich über prähistorische Felsritzbilder in schwer zugänglichen alpinen Bereichen gelesen) und überlegte, ob es in dieser Klamm auch solche geben könnte. Prähistorische habe ich keine gesehen. Allerdings entdeckte ich eingeritzte Initialen im Kalkstein – auf Augenhöhe, genau dort, wo ich stand. Vielleicht sind wir gar nicht so viel anders gestrickt als unsere Vor-Vorfahren.

Ein ganz toller Kraftpunkt liegt sozusagen eine Etage höher. Hier kann der Bach einige Meter ruhig fließen, ohne viele Höhenmeter zurücklegen zu müssen. In diesem beschaulichen Bachbett haben Besucher kleine Steintürmchen errichtet. Gut ausbalanciert sind sie, diese kleinen Kunstwerke, und erfreuen uns – zumindest bis zum nächsten Starkregenereignis.

Bei der Kerschbaummühle verließen wir den Röschitzbach, der diese herrliche Klamm gestaltet hat. Nicht weit von ihm hat sein Bruder, der Lurbach, auch ein einzigartiges Naturjuwel geformt – die Lurgrotte. Auch die Lurgrotte litt sehr unter dem Hochwasser im Jahr 1975. Davor konnte man sie durchschreiten – was danach nicht mehr möglich war. Diesen Bruder mit seinem unterirdischen Naturwunder werden wir ein andermal besuchen. Wir folgten dem Wanderweg 740B bergauf, an einem Steinsturz vorbei, hinauf zum Felsentor.

Das Felsentor ist sehr imposant. Ich bin nicht ganz schwindelfrei und bin lieber auf der sicheren Seite unterwegs. Daher bin ich nicht zum Tor hinuntergestiegen, sondern habe es mir aus sicherer Entfernung – vom Wanderweg aus – angesehen. Beim Recherchieren habe ich dann herausgefunden, dass das Felsentor tatsächlich nicht ganz harmlos ist. Im Oktober 2024 stürzte dort ein Wanderer 40 Meter in die Tiefe.

Weiter führte die Wanderung bergauf, an einem riesenhaften Felsenturm vorbei. An der höchsten Stelle der Wanderung gab es zwei Bänke; dahinter wuchsen hübsche Buchen. Auch dort hatten sich einige Leute mit ihren Namen in der Rinde verewigt. Dann kam ein Weg, der breit war und sanft den Hang hinabführte. Eine hübsche, weiße Höhle war hinter Büschen versteckt; Bänke standen davor – ein Ort zum Wohlfühlen.

Irgendwann wurde der Abstieg etwas steiler, aber der Weg ist gut ausgebaut und bestens abgesichert. Kurz bevor wir wieder beim Sandwirt ankamen, begleitete uns erneut ein munteres Bächlein mit einigen kleinen Wasserfällen.

Da wir früh aufgebrochen waren, waren wir auch sehr früh wieder beim Sandwirt zurück. So konnten wir uns einen richtig tollen Tisch aussuchen. Es war ein bisschen vor 11 Uhr, und sehr viele Familien mit Kindern starteten gerade ihre Wanderung – sofern sie die Kinder am einladenden Spielplatz des Gasthauses vorbeibrachten. Die Ruhe und Beschaulichkeit, die wir noch in der Klamm genossen hatten, würde nun einem emsigen Treiben mit hoffentlich Kinderlachen weichen. Auch nicht schlecht.

Wir hatten das Glück, eine richtig gute Schwammerlsuppe mit Heidensterz zu bekommen – frisch gemacht mit ganz, ganz vielen Schwammerln und frisch geschnittener Petersilie. Ein Gedicht. Jetzt verstand ich, warum so viele Wanderer Plätze reservierten. Den Sandwirt können wir unbedingt weiterempfehlen.

Dann fuhren wir wieder auf der engen Straße den Graben hinaus, vorbei an der Firma Parz, die steirische Harmonikas herstellt, und an einem Unternehmen mit vielen Lastwagen. (Wobei ich mich schon fragte, wie die bei dieser engen Straße fahren konnten. Gut, dass Sonntag war und uns solch ein Brummer nicht entgegenkam.)

Mit ihren 2,7 km ist diese Wanderung natürlich keine große Herausforderung – vielleicht ist sie daher in Wanderführern nicht so präsent. Aber diese 2,7 km sind nicht nur einzigartig schön, sondern auch dank ihrer Kraftplätze sehr aufbauend und wohltuend. Eine richtige 5-Sterne-Wanderung – nicht nur für Kinder.

Landskron Burgherrenrunde

 

 

Distanz

Höhenmeter

Dauer

Parkplatz vor Mautstelle Landskron

3,4 km

140 HM

1:20 h

    

Mit ihren 3,4 km ist diese Wanderung nicht allzu lang, und so hat man genug Zeit, den Affenberg oder die Burg mit ihrer Greifvogelwarte zu besuchen. Die Zufahrt zur Burg Landskron ist eine Mautstraße, auf Höhe des Affenbergs gibt es einen Parkplatz. Dort beginnt die Wanderung. Vor dem Schranken der Mautstraße befindet sich auch ein Wanderparkplatz. Dort hatten wir geparkt. Der Aufstieg zur Burg war äußerst steil, und leider wurde gerade ein neuer Forstweg errichtet. Normalerweise sind die Anstiege zu Burgen sehr idyllisch. Bedingt durch die Baustelle verhielt es sich bei dieser Festung (im Jahr 2025) nicht so.

Immer wieder wundere ich mich, was junge Mütter alles zu leisten fähig sind. Gregi und ich schleppten uns mit letzter Kraft den Berg hinauf. Hinter uns kamen eine sportliche Oma und eine junge Mama samt Kind und Kinderwagen den Berg hinauf. Das Kind war schlecht gelaunt und raunzte, und der lehmige, neu angelegte Forstweg war auch nicht gerade kinderwagentauglich. Am Ende des Weges musste sogar noch ein aufgeschütteter Erdhügel überwunden werden. Die junge Frau meisterte dies alles mit Bravour und sah dabei auch noch wie aus dem Ei gepellt aus – nicht verschwitzt, nicht fertig und müde – so wie wir. Nebenbei schaffte sie es auch noch, beruhigend auf das Kind einzureden und mit ihrer Mutter zu plaudern.

Gregi und ich plauderten nicht mehr – allerdings hatten wir gerade noch genug Energie, einige Fotos von der Burg zu schießen, bevor wir uns dem Abenteuer „Affenberg“ stellten.

Zirka 180 Japanmakaken haben ihr Zuhause unterhalb der Festung. Japanmakaken sind Primaten – also äußerst gescheit und sehr lernfähig. Diese Affen haben eine sehr strenge Hierarchie. Das „Sagen“ haben mehr oder weniger die Weibchen – ihre Ränge werden von Müttern auf Töchter weitervererbt. Das ranghöchste Weibchen bestimmt, wer das Alphamännchen in der Gruppe sein darf. Dabei handelt es sich allerdings nicht um das stärkste, sondern meist um das sozialste männliche Tier.

Im Jahr 1996 gab es ein schlimmes Gewitter über Landskron. Ein Blitzschlag legte den Elektrozaun um das Affengelände lahm. Die cleveren Tierchen begannen, die Umgebung zu erkunden, und plötzlich hieß es in Österreich: „Achtung, in Kärnten laufen Affen frei herum.“ Jene Steirer, die schon immer gerne Witze über ihre südlichen Nachbarn machten, meinten daraufhin nur lapidar: „Das haben wir ja schon immer gesagt!“ Doch Spaß beiseite: Der Affenberg auf Burg Landskron ist ein wirklich lohnendes Ausflugsziel. Man muss zwar sehr viele Regeln betreffend Rucksäcke, Taschen, Kinderwägen etc. befolgen – wie gesagt: Die Affen sind clevere Tierchen und verstehen es recht gut, uns Menschen auszutricksen. Sowieso verstehen es diese Primaten, gut zu leben. Sie baden gerne, und sie knöpfen den Guides viele Leckerlis ab. Hin und wieder lassen sie sich dazu überreden, ihre Intelligenz bei komplizierten Aufgabenstellungen unter Beweis zu stellen. Der Affenberg allein ist es schon wert, der Burg Landskron einen Besuch abzustatten.

Nach dem Besuch bei den Affen gingen wir am Fischteich und am Aquädukt vorbei in Richtung Burg. Im Fischteich der Anglergemeinschaft Villach jagte ein Zwergtaucher-Paar ganz eifrig nach Fischen. Wir beobachteten sie mit großer Begeisterung, denn diese recht zierlichen Wasservögel waren unseres Erachtens wahre Extremtaucher. Es war ein richtiges Ratespiel, wo die schwarzen Vögelchen wieder an die Wasseroberfläche auftauchen würden.

Noch einige Höhenmeter mussten wir zurücklegen, um das erste Tor zu erreichen. Die Burgruine Landskron ist weithin sichtbar. Früher war die Renaissancefestung sicherlich besonders beeindruckend. Von den einst sieben Türmen und der doppelten Ringmauer sind nur mehr Ruinenreste übrig. Doch diese werden touristisch gut genutzt. Eine Greifvogelschau wird geboten, ein SB-Bistro im Burghof oder eine exquisite Gastronomie mit Aussichtsterrasse und Hochzeitslocation sorgen für das leibliche Wohl.

Landskron – was für ein hochtrabender Name – wurde am 25. Juli 1351 erstmals urkundlich erwähnt. Das Gebiet gehörte einst den Mönchen von Ossiach. Ein Herzog kaufte ihnen das Land ab und erbaute auf dem Ausläufer der Ossiacher Tauern eine Burg: „die Krone des Landes“.

Die Mönche dürften den Verkauf des Grundstückes dann doch bereut haben, jedenfalls gab es mit den nachfolgenden Besitzern der Burg immer wieder Streit über die Fischereirechte.

1542 kaufte Christoph Khevenhüller die Burg und baute sie zu einer massiven Festung aus. Finanziell dürfte er recht gut gestellt gewesen sein. Dazu kam, dass im Burgberg und in der Umgebung Silber abgebaut werden konnte.

Die Khevenhüller waren Protestanten. Bartholomäus Khevenhüller richtete in der Burg sogar eine Druckerei ein. Evangelische Bibeln wurden dort gedruckt. Der katholischen Kirche gefiel das sicherlich nicht besonders, und so verweigerte man ihm ein Grab auf dem Friedhof der katholischen Pfarrkirche. Er wurde auf der Burg begraben. Wer die Burgkapelle besucht, sollte sich unbedingt den wunderbar gearbeiteten Grabstein des Bartholomäus Khevenhüller ansehen.

Auch wenn man reich war: Hatte man den falschen Glauben, bekam man im Habsburgerreich schnell einmal Schwierigkeiten. Der Sohn von Bartholomäus Khevenhüller hatte als Protestant den falschen Glauben und wurde ausgewiesen. Vielleicht war das dann doch nicht die allerbeste Idee, denn dadurch verpflichtete er sich zum Militärdienst beim schwedischen König Gustav Adolf.

Wir umrundeten die eindrucksvolle Festung, dann gingen wir wieder zurück zum Parkplatz beim Affenberg und starteten nun die eigentliche Wanderung.

Über einen Waldweg ging es bergauf, und wir entdeckten eine Blindschleiche, die friedlich über den Weg kroch. Nur zu gut, dass momentan kein Greifvogel der Vogelwarte unterwegs war – sie wäre eine leichte Beute gewesen. Es lohnte sich, den Weg weiter bergaufzusteigen, denn nun hatten wir einen wunderbaren Blick von oben auf die Burgruine. Farbenprächtig leuchtete die Burgarena zu uns herüber – der optimale Austragungsort für ein Quidditch-Turnier. Doch nicht nur die Burg konnte man von diesem Platz aus sehen, sondern auch die Stadt Villach, den Dobratsch, die Karawanken und die Julischen Alpen.

Links ging es dann zum Jungfernsprung. Im deutschsprachigen Raum mussten in früheren Zeiten recht viele Wüstlinge herumgelaufen sein – so viele Jungfernsprünge, wie es da gibt. Jungfrauen, die sich aus Verzweiflung und auf der Flucht vor Bösewichten in die Tiefe warfen. Der Jungfernsprung von Landskron liegt über dem Ossiacher See, und man hat einen tollen Blick auf die Gerlitzen Alpe. Eine Holzskulptur, die eine nackte Nixe darstellt, steht auf dem Platz. Die Nixe wurde aus dem See verbannt, weil sie aus Liebeskummer die Ufer des Sees mit seinen Fischerhäusern flutete.

Recht nett ging der Pfad oberhalb des Ossiacher Sees weiter, doch schließlich bog er rechts wieder bergab, und wir kamen zu einem überdimensionalen Bilderrahmen. Von hier aus war der Blick auf Landskron wirklich sehr lohnend.

Wir hatten es irgendwie wieder einmal geschafft, nicht der richtigen Route zu folgen. Schließlich kamen wir über einen Graben bei den herrschaftlichen Weingärten an und von dort wieder zum Burgteich mit dem idyllischen Aquädukt. Von dort stiegen wir dann wieder über den Forstweg in Richtung Schranken ab.

 

Hainburg – Panoramaweg zur Ruine Röthelstein

 

 

Distanz

Höhenmeter

Dauer

Hainburg Donaulände

4,5 km

? HM

1,5 h

    

Wir sind eigentlich Morgen- und Vormittagswanderer. Doch wenn man nach der Anreise zu einem Urlaubsort erst nachmittags wandernd unterwegs sein kann, dann sucht man sich halt auch kleinere Runden aus. Und diese können durchwegs sehr interessant und äußerst sehenswert sein. So auch diese kleine Tour zur Ruine Röthelstein.

Wenn Mörath’s Urlaub machen, spielt das Wetter normalerweise verrückt. Kälteeinbrüche und Regen sind die Regel. Doch in Hainburg war es anders. Wir waren im Oktober 2023 dort, und wir sahen Kinder in der Donau baden. Gut – man könnte auch in diesem Fall behaupten, dass das Wetter verrückt spielte.

Der Panoramaweg startet in der Hainburg-Donaulände. Gemütlich begleiteten wir den Strom in Fließrichtung. Der Pfad wurde schmäler, ganz romantisch waren die beiden Felsdurchbrüche. Bald befanden wir uns im Auwald. Knorrige Bäume, rechts der Hang des Braunsbergs, links die Nebenarme der Donau. Brachiges Wasser und Enten, die sich darin badeten. Es ist ein romantischer Steg, der irgendwann in einen breiteren Weg mündet. Und dann sahen wir sie – die Stufen, die zur Ruine Röthelstein hochführten.

Bei der Ruine sollten Schlangen hausen. Daher verließ ich den vorgesehenen Pfad zur dem verfallenen Gebäude nicht. Da hätte man sich die Schilder ruhig sparen können, die darauf hinwiesen, dass das Betreten des Geländes abseits des Weges nicht gestattet sei.

Röthelstein wurde zwischen 1156 und 1220 errichtet. Der Standort der Burg war hervorragend – rechts auf österreichischer Seite der Braunsberg, links der Thebener Kogel auf der damals ungarischen Seite. Dazwischen hatte sich die Donau einen Weg gesucht – der Durchbruch der Donau, die Porta Hungarica. Dreißig Meter ist der Burgfelsen hoch, der einst von der Donau umflossen wurde.

Irnfriedus de Heimenburg (wie toll dieser Name doch klingt) ließ die Burg bauen. Er mochte seinen Namen scheinbar nicht sonderlich, denn er ließ sich später in Irnfriedus de Roetilnstein umbenennen. Irnfriedus war ein bedeutender babenbergischer Adeliger. Und er war clever. Er hatte nicht nur für seine Burg eine tolle Stelle gefunden – die Auwälder der Umgebung boten ihm reichlich Wild, die Donau hatte viele Fische, und man konnte bei der Donauüberfahrt zum gegenüberliegenden Theben recht gut verdienen –, er fand auch günstiges Baumaterial, schön bearbeitet bereits und nicht weit zu transportieren. Und so wanderten fachmännisch behauene Quadersteine aus dem ehemaligen römischen Legionslager Carnuntum auf die Burgbaustelle.

Röthelstein wurde sehr repräsentativ. Der Bergfried hatte ganze fünf Stockwerke, und es gab sogar eine Vorburg. Die Herren von Röthelstein waren nicht arm, so konnten sie sich auch noch in der Stadt Hainburg den Götzenhof leisten.

Die Aussicht von der Burgruine ist schön. Von oben sieht man auf die Ruine Theben, den Auwald, auf die Seitenarme der Donau und natürlich auch auf den Strom selbst – der jetzt nicht mehr direkt unter dem Felsen strömt.

Zur Burgruine gibt es auch noch eine Sage: Neusonntagskinder können des Nachts Seltsames in der Ruine Röthelstein erleben – las ich und musste erst einmal nachschlagen, was ein Neusonntagskind ist.

Kinder, die an einem Monatsersten auf die Welt kommen, der zufällig auf einen Sonntag fällt, nennt man Neusonntagskinder. Und dann las ich auch noch, dass diese Kinder mit der Geisterwelt in Verbindung treten könnten, besonders, wenn zur Zeit ihrer Geburt auch noch Neumond ist.

Als Neusonntagskind geht man besser des Nachts nicht aus dem Haus. Und schon gar nicht auf eine alte Burgruine – auch nicht auf die Burgruine Röthelstein. Wenn doch, dann darf dieses Neusonntagskind Männern mit roten Mänteln und Kappen, Nonnen und Mönchen dabei beobachten, wie sie Quadersteine aus der Mauer brechen und in den Abgrund werfen. Ist das Neusonntagskind klug, zieht es sich spätestens zu diesem Zeitpunkt geräuschlos zurück … ansonsten erwartet es selbst der Abgrund. Soweit die Sage.

Mönche und Männer mit roten Mänteln und roter Kopfbedeckung … einige Menschen sehen darin die legendären Tempelritter, die in dieser Gegend auch Besitzungen gehabt hätten. Viele Kreuzfahrer haben Hainburg passiert, galt es doch als Tor zum Orient. Ob das so stimmt oder nicht, kann ich nicht beurteilen. Jedoch glaube ich kaum, dass Geister die schönen Quadersteine der Burg abgetragen haben. Diese Quadersteine, die ihren Ursprung eigentlich in Carnuntum hatten, wurden nämlich im 17. Jahrhundert an einen Pressburger Baumeister verscherbelt. Viele Quader sind daher für die armen Geister nicht übrig geblieben.

Doch zwischen dem Bau der Burg und dem Verkauf ihrer Steine im 17. Jahrhundert musste dieses Gemäuer recht viel erleben. Da gab es die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Habsburg und Ungarn, die den Aufenthalt in dieser Gegend recht ungemütlich und vor allem sehr gefährlich machten. Später siedelte sich der Söldnerführer Ledwenko mit seiner Truppe an. Da war das Gebäude ein recht komfortables Raubritternest, von wo aus man die Schiffe anhalten und plündern konnte. Das funktionierte bis 1458. Dann wurde es auch für die Räuber zu heiß, denn Erzherzog Albrecht rückte mit Sprengstoff an und vernichtete die einträglichen Sperren.

Der Wanderweg führt nun weiter bergauf, kurz vor der Braunsbergstraße zweigt man rechts ab. Man kommt zu einer wahrlich schönen Aussichtsbank mit Blick auf die Donau, und dann geht es weiter bergab zum Ausgangspunkt.

An der Donaulände gibt es das „Donau Cafe am Hainburg Beach“. Dort sind wir dann eingekehrt und haben es nicht bereut. Irgendwie bildet die Donaulände einen originellen Kontrast zur mittelalterlichen Stadt Hainburg mit ihrer beinahe 2,5 Kilometer langen Stadtmauer und den Toren. Die Donau ist zwar kein See oder gar das Meer – aber Leute können hier trotzdem baden (sogar im Oktober 2023) und eine Strandbar besuchen.

Als wir dann satt und zufrieden waren, verließen wir diesen neuen Teil von Hainburg, um ins Kloster zurückzukehren, dessen alte Mauern nun ein Hotel beherbergen.

 

 

„Kogelrundweg“ – Bad Gleichenberg

 

 

Distanz

Höhenmeter

Dauer

 

6,8 km

238 HM

2:30 h

Start:

Bad Gleichenberg

Eichgrabenweg  

Diese Wanderung gehört zur „Tour de Steiermark – die Bewegungsrevolution“.

Wir haben diese Wanderung hitzebedingt etwas abgeändert.

Wenn es draußen über 30 Grad Celsius hat, gibt es einige Tätigkeiten, die Sinn machen. Zum Beispiel ins Freibad gehen, in einem schattigen Gastgarten Eiskaffee schlürfen oder sich im Keller verschanzen und den Kopf in die Tiefkühltruhe halten … aber definitiv geht man nicht wandern.

Es sei denn, man hat einen Vogel und heißt Mörath. Dann entschließt man sich, bei Hundehitze eine Wanderung im steirischen Süden zu unternehmen – genauer gesagt in Gleichenberg.

Von Panoramaplätzen aus erkennt man einige südsteirische Landmarken sehr gut … die Riegersburg zum Beispiel und auch die Gleichenberger Kogel. Zwei Kogel sind es: der Hochkogel mit seinen 598 Metern und der Bscheidkogel mit seinen 563 Metern. Die beiden sehen fast wie Zwillinge aus und somit haben sie dem Ort zu seinem Namen verholfen: Gleichenberg. Diese Berglein wollten wir an diesem heißen Tag besteigen. Ehrlich gesagt bin ich froh, dass sie heutzutage nur noch knapp 600 Meter hoch sind – früher ragten sie 1500 Meter in die Höhe. Der größte Teil liegt heute unter einer Schotterschicht verborgen.

Der Gleichenberger Vulkan war der älteste und mächtigste Vulkan der Region. Er hatte einen Durchmesser von circa 30 Kilometern und ragte wie eine Insel aus dem Meer. Vor 17 bis 12 Millionen Jahren spuckte er glutflüssige Lava. Ehrlich: damals wären selbst wir nicht auf diesen steinernen Drachen geklettert. Aber das Hügelchen von heute – auch wenn es 31 Grad hat: „Was soll’s“, dachten wir. „Wir gehen ja einen Waldlehrpfad und sind im Schatten.“

Also fuhren wir in den wunderbaren Kurort, flanierten noch vergnügt durch den traumhaften Park mit seinen großen, freundlichen Platanen, den mächtigen Mammutbäumen aus China und Amerika, den munteren Vögelchen und den märchenhaften Brunnen. Der Park wurde von Emma, der Frau des Landesgouverneurs Mathias Constantin Capello Graf von Wickenburg, gestaltet. Wir sehen uns immer wieder gerne im Fernsehen „Die Gartenprofis“ an. Fleißige Gärtner, die in wenigen Tagen heruntergekommene Hausgärten in schweißtreibender Schwerstarbeit auf Vordermann bringen. Wie erst musste es damals zugegangen sein, als das 20 Hektar große Areal als Park gestaltet wurde?

Gregi liebt diesen Park – wunderschöne Kindheitserinnerungen verbindet er damit. Damals gab es bei der Rindenkapelle Vogelfutter zu kaufen, welches man sich einfach auf die flache Hand streute und darauf wartete, dass eine hungrige Kohlmeise sich darauf setzte. Eichhörnchen, so erzählt er gerne, hätte man auch füttern können. Doch aus der Hand hätten sie nicht gefressen.

Schließlich kamen wir zum Hauptplatz. Vor dem Springbrunnen hatten sich schon Leute versammelt, es wurde „An der schönen blauen Donau“ (das Meisterwerk von Johann Strauss) gespielt und die Wasserfontänen hüpften fröhlich nach dem Takt. Herrlich. Dann wollten wir endlich mit unserer Wanderung beginnen. „Wir müssen lange auf Asphalt gehen, bis wir in den Eichgraben kommen“, überlegte ich. „Und das bei der Affenhitze.“ „Oder wir fahren mit dem Auto zum Eichgraben und parken am Wanderparkplatz“, sagte mein kluger Mann und schon war die Sache abgemacht.

Vom Wanderparkplatz im Eichgraben aus ging es dann direkt in den Wald. Schattig war es hier, wunderbare Eichen wachsen am wasserarmen Hang. Wir folgten der Markierung Nr. 13, es gab einige (leider in die Jahre gekommene) Erlebnisstationen. War ja gar nicht so übel, diese Sommerwanderung. Zudem trafen wir durchwegs auch andere Leute, die sich von der Hitze nicht abhalten ließen und im Wald unterwegs waren. Schließlich erreichten wir den Mühlsteinbruch. Dort gibt es einen Aussichtsturm mit einem herrlichen Blick auf Straden und nach Slowenien sowie einen Kegelplatz. Auf einem durchlöcherten Felsen steht ein Gipfelkreuz. Tief eingegraben sind die alten Schleifwege, über die die Mühlsteine ins Tal hinabbefördert wurden. Noch Anfang des 20. Jahrhunderts wurden hier Steine abgebaut.

Wir folgten der Wegmarkierung 13 weiter, neben dem Weg wuchsen Kanadische Goldruten und dort tummelten sich Schmetterlinge, Schwebfliegen, Hummeln etc. Hier gab es keinen Schatten, also fiel das Fotoshooting nur kurz aus. Auf dem Weiterweg kamen wir auf eine Wanderwegkreuzung und hier verließen wir den Weg mit der Markierung 13 und folgten der Nr. 12, die uns auf den Gipfel des Hochkogels führen sollte. Zuerst frohlockten wir. Noch mehr Schmetterlinge. Dukatenfalter, Perlfalter, Kleines Landkärtchen, Russische Bären – sogar einen Aurorafalter bildete ich mir ein, entdeckt zu haben. Ablichten ließ sich dieser muntere Geselle leider nicht.

Und dann kam die Bergwertung. Vulkane können ganz schön steil sein. 20 Meter vor dem Gipfel überlegte ich ernsthaft, umzudrehen. Zum Glück hielt ich durch. Auf dem Gipfel steht eine Ruine. Ein ehemaliger Turm und davor liegt ein steinerner Kopf. „Schau, der R.“, meinte ich scherzhaft zu Gregi. „Welch eine frappierende Ähnlichkeit!“, bestätigte auch er. Es dauerte nicht lange, und ein weiterer Wanderer kam des Weges, und danach noch einer. Vielleicht sind wir doch keine Aliens? Oder es gibt einfach mehrere von uns.

Nachdem wir getrunken hatten und erfolglos einem Schwalbenschwanz mit der Kamera gejagt hatten, traten wir den Rückweg an. Nicht den ganz steilen, den wir heraufgekrochen waren, aber auch nicht den ebeneren, der nach „Gleichenberg Dorf“ führte, sondern die dritte Variante. Bergab – schon auch steil, aber halt nicht ganz so steil. Schließlich und endlich kamen wir wieder zur Lichtung mit den vielen Schmetterlingen und dann folgten wir den bereits bekannten Weg. Bis wir auf die hölzerne Wegtafel „Kirchenweg Gosendorf“ trafen. Diesen Kirchenweg folgten wir eine Weile und entdeckten dabei einen alten Bildbaum. Endlich trafen wir wieder auf ein Wanderschild mit der Aufschrift „Waldlehrpfad“. Diesem folgten wir und kamen beim „Bründl“ heraus – der einzigen Quelle des Bscheider Kogels. Dieses Wasser musste den Bergmännern, die weiter oben auf dem Mühlsteinbruch arbeiteten, ebenso kostbar vorgekommen sein wie die Heilquellen im Tal, die schon von den Römern genutzt wurden. Nicht nur die Bergmänner selbst benötigten dieses Wasser, sondern auch ihre Zugtiere.

Apropos Heilquellen im Tal: 1845 fand man vier Meter unter der Erde einen steinernen Brunnenkranz aus der Römerzeit. Weiter entdeckte man dort 74 römische Münzen und 12 versteinerte Haselnüsse. Lustig … 12 versteinerte Haselnüsse. Ob es in der Antike bei dieser Quelle auch schon einen Park zum Lustwandeln gab – und ob tierliebende Römer die Eichhörnchen auch schon fütterten? Wer weiß.

„Kuruzzenwanderweg“ – Burgau nach Burgauberg

 

 

Distanz

Höhenmeter

Dauer

Rundweg

7,82 km

98 HM

2:15 h

Start:

Burgau

Zentrum  

Wir starten die Wanderung beim Schloss. Die „Burg in der Au“ war wohl namensgebend für den lieblichen Ort, der wunderschöne Drei- sowie Vierkanthöfe hat. Heute wird diese Burg als Schloss bezeichnet – ein wehrhaftes Schloss. Der mächtige Rundturm und der breite Wassergraben zeugen von der Wasserburg, die hier an dieser Stelle zum Schutz der Bevölkerung so wichtig war. Unzählige Tauben belagern das etwas buckelig-wellige Dach und spähen neugierig auf den großzügigen Badesee gegenüber dem Schloss.

Wir trennen uns nur ungern von diesem beschaulichen Ort, verlassen ihn in Richtung Burgauberg, queren das breite Lafnitztal, bis wir zum Fluss selbst kommen. Lafnitz, die Weißglänzende, nannten früher schon die Slawen diesen Fluss. Geht man über die Brücke, verlässt man die Steiermark und betritt das Burgenland. Ein harmloser, friedlicher Grenzübertritt. Doch das war leider nicht immer so.

Früher war die Lafnitz die Grenze zwischen Österreich und Ungarn. Burgau lag nahe dieser gefährlichen Grenze und hatte auch sehr darunter zu leiden. 1418 fielen die Ungarn in Burgau ein, 1605 die Heiducken und 1704 die Kuruzzen. Doch davon später.

Zuerst wandern wir den Berg hinauf, auf einem Hochwasserbehälter wurde eine Aussichtswarte errichtet. Man sieht an klaren Tagen vom Geschriebenstein über den Hochwechsel bis zu den Karawanken. Und vor allem sieht man die Therme Stegersbach und freut sich, dass wir es uns heutzutage gut gehen lassen können.

Ein kurzes Stückchen gehen wir retour. Laut Wanderführer müssten wir links abbiegen, wir jedoch gehen zurück bis zur Lafnitzbrücke. Wir queren die Brücke zur steirischen Seite, direkt danach biegen wir links ab und wandern den mäandernden Fluss entlang. Hier ist das Reich des Bibers, eindeutig. Biberrutschen, gefällte Bäume … ein natürlicher Bereich mit einem emsigen Baumeister.

Schön ist es hier, neben dem Fluss. Vögel kann man beobachten, nur der Biber versteckt sich gut. So gehen wir dahin und kommen zu einer Tschartake, einem hölzernen Wehrturm, aus massivem Holz gebaut, allerdings nicht unbedingt ein sicheres Bollwerk. Wir können hinaufklettern und in die Landschaft sehen. Vier Bauern und zwei Soldaten waren als Besatzung auf dem Turm. Die Bauern kamen von weit her, von Miesenbach, Wenigzell, Strallegg … Es waren keine kampferfahrenen Männer, sie waren (für die Zeit dazumal) sehr weit von zu Hause weg und ich nehme an, dass sie auch große Angst haben mussten vor den rebellierenden Ungarn, den wilden Kuruzzen. „Kruzitürken“ – dieser Fluch ist ein Andenken an diese fürchterliche Zeit.

Lieblicher ist die andere Seite der Lafnitz. Ein Steg führt hinüber und bunte segelförmige Kunstwerke mit Gesichtern begrüßen uns freundlich.

Nach diesem erneuten kurzen Abstecher ins Burgenland kehren wir wieder über den Steg in die Steiermark zurück. Vor uns liegt noch ein interessanter Feldweg – zurück nach Burgau. Unterwegs dürfen wir die Freilandschweinderln der Firma Labonca bewundern. Sie suhlen sich genüsslich im Schlamm, die dicke Lehmkruste auf dem Buckel schützt die zarte Schweinehaut vor Sonnenbrand. Die Äcker sind belebt. Sitzt da nicht ein Kiebitz? Und dann die ganz große Überraschung! Mitten am Weg sitzt ein Wiedehopf, ein wunderschöner noch dazu. Wir getrauen uns gar nicht, weiterzugehen, wir wollen ihn nicht vertreiben. Diesen seltenen Gesellen wollen wir so lange wie möglich betrachten.

Irgendwann wird es ihm dann doch zu bunt und er fliegt von dannen. Schade! An ehemaligen Tabakhütten vorbei gehen wir nun wieder in den Ort zurück und ich wundere mich über die vielen Wasserläufe in diesem Dorf. Es ist halt doch eine Au, eine Burg-Au. Schön war sie, die Wanderung. Eingekehrt wird beim Gasthof Janits. Die Burgauer sind aufgeschlossene Leute und bald haben wir eine anregende Unterhaltung mit den anderen Gästen.

Mein Tipp: Zu Ostern und zu Weihnachten gibt es im Schloss eine Ausstellung. Eine Möglichkeit, dieses alte Gemäuer auch von innen zu besichtigen.

 

„Entenwaldweg“ – Burgau

 

 

 

 

Distanz

Höhenmeter

Dauer

Rundweg

7,2 km

kaum

1:45 h

Start:

Burgau

Schwimmbad  

Der Juli 2024 war reich an Insekten. Nach einer Wanderung, die in einem Gemetzel an Gelsen und Bremsen endete, hatten wir recherchiert und uns einen hervorragenden Insektenspray organisiert. „Organic“ stand auf dem Produkt und „wirkt und riecht gut“. Wir wunderten uns, wieso die Apothekerin uns unbedingt ein anderes Mittel einreden wollte – wir wollten den ökologischen Wunderspray.

Wir sprühten uns also großzügig mit diesem „gut riechenden“ Schutzmittel ein, stiegen ins Auto und hielten den Atem an. Also das Versprechen mit „gut riechen“ war gelogen. Egal ob wir stanken oder nicht… Wir würden wandern gehen – und zwar in Burgau. Den Fischbachteichweg waren wir schon öfters gegangen, ein angenehmer Weg durch den Wald zu einem herrlichen Teich … mit Libellen, Schmetterlingen und fröhlichen Vögeln.

In Burgau parkten wir unter schattenspendenden Bäumen und betrachteten das Freibad wohlwollend. Das Burgauer Schwimmbad mögen wir sehr gerne. Erstens ist es nicht überfüllt, zweitens gibt es darin riesige, schattenspendende Platanen, drittens ist es wirklich toll ausgebaut (viele Attraktionen für Kinder und Junggebliebene) und viertens schwimmt man im ehemaligen Wassergraben der Burg. Also in einem geschichtlich höchst interessanten Bauwerk … das hat schon was. Weiters muss ich jetzt den netten Bademeister lobend erwähnen, der seinen Badesee und seine Arbeit wirklich liebt und alles über seine Geschichte und über die Geschichte des Ortes weiß und auch gerne davon erzählt. Unter anderem erfuhren wir von ihm, dass durch den Lehmabbau für die Ziegel des Schlosses ein Teich entstanden ist, der treffenderweise Ziegelteich genannt wird.

Kurzerhand planten wir um. Diesen Ziegelteich wollten wir sehen. Also doch nicht die „Fischbachteichrunde“, sondern die Entendammrunde (mit ihrer gelb-weißen Markierung). Ausgestattet mit Wanderkarten, die wir vom Bademeister bekommen hatten, marschierten wir über den Hauptplatz, durch die Herrengasse (danach rechts abbiegend) in den Forsthausweg, dann nochmals rechts hinauf zum „Müllner-Kreuz“. Hier hielten wir uns wieder rechts und kamen an Freilandrindern vorbei. Die Weizen- oder Gerstenfelder (so genau weiß ich das nicht) waren bereits abgeerntet, ein gigantischer Strohballen lag noch auf dem Feld. Der größte, den ich je in meinem Leben gesehen hatte.

Neben dem Feldweg wuchsen mächtige Eichen, eine Reihe mit alten Streuobstbäumen war zu sehen und eine ganze Schar Gelsen war hinter mir her und versuchte mich (teilweise erfolgreich) zu stechen. „Wahrscheinlich hätten wir uns mit dem Insektenschutz nicht einsprühen sollen, sondern darin baden“, ätzte ich.

Im Wald war es dann wieder kühler und schattig. Die Stechmücken machten nach wie vor ihre „Treibjagd“ auf uns, während die Schmetterlinge (wahrscheinlich wegen des Geruchs) vor uns Reißaus nahmen. „Irgendwie ergibt es nun mächtig Sinn, wieso die Apothekerin dir einen anderen Spray verkaufen wollte“, meinte ich an Gregi gewandt. Einige Gelsen nützten seine Abgelenktheit (er fotografierte gerade ein hübsches Blümchen). Wäre ich eine Lehrerin in der Gelsenschule, ich würde den Jungen beibringen: „Wartet, bis die Zweibeiner die Kameras vors Gesicht halten – dann könnt ihr attackieren!“ Doch diesen Unterricht brauchten unsere Gelsen nicht … die wussten das bereits.

Die Burgauer Bevölkerung hat eine lange Geschichte im Umgang mit Plagegeistern und Blutsaugern. Und damit meine ich jetzt keine Insekten. Geplagt wurden die Bauern der Grenzregion von den einfallenden Ungarn, Haiducken, Kuruzzen und Türken … und leider auch von der eigenen Herrschaft. Im 16. Jahrundert stand Burgau im Besitz der Familie Trauttmannsdorff. Und diese verlangten enorm viele Robotleistungen. Die Bauern legten Beschwerde ein … und bekamen nicht Recht.

Eigentlich sollte man davon ausgehen, dass die Bauern (wenn sie schon so viele Leistungen für die Herrschaft erbringen mussten) von dieser wenigstens beschützt wurden, so ein Feind einfiel. Dem war leider nicht so. Bei den Ungarnzügen blieb das Schloss mit seinen festen Mauern und seinem Wassergraben unbeschädigt. Das Dorf wurde geplündert, und die Kirche in Brand gesetzt. 1529 kamen die Türken. Die Festung hielt stand – die Bevölkerung wurde von den Feinden getötet oder als Sklaven verschleppt. Danach war die Gegend beinahe menschenleer.

Nach den ungeliebten Trauttmannsdorffs kamen die Batthyánys, und wie mir scheint, war das ein Glück für die Bewohner von Burgau. Die erste Baumwollspinnerei der k. und k. Monarchie wurde gegründet. Der letzte private Besitzer des Schlosses war Ludwig Graf Batthyány, der wegen Hochverrats 1849 hingerichtet wurde (er war Premier im ersten Ministerium der ungarischen Revolution).

Doch zurück in die Gegenwart zu unserer Wanderung. Eben gingen wir durch den Wald. Orange Dickkopffalter konnten wir sehen und andere wunderbare Schmetterlinge, wie den Kaisermantel. Neben dem Weg im Straßengraben gab es Wasser. Die Frösche ließen sich eilig ins Nass plumpsen, sobald wir uns näherten. Und direkt am Straßenrand wuchsen Wegwarten, Johanniskraut, Disteln und Seifenkraut.

Ein kurzes Stückchen mussten wir auf Asphalt marschieren, dann konnten wir wieder in den nächsten Waldweg einbiegen. Entweder war der „gute Geruch“ des Insektensprays verflogen, oder es gab in diesem Waldabschnitt weniger Plagegeister. Jedenfalls hatte ich jetzt mehr Ruhe vor den Insekten. Der Waldweg führte bergab, und wir erreichten ein beeindruckendes Überschwemmungsgebiet. Scharen von Frösche flohen panisch über das Wasser, als sie uns bemerkten. Wir waren von diesem Fleckchen Natur so angetan, dass wir hier wahrscheinlich den vorgesehenen Wanderweg verloren. Über die Asphaltstraße kehrten wir in den Ort retour, ohne den Ziegelteich (das eigentliche Ziel unserer Wanderung) entdeckt zu haben. Egal – die Wanderrunde war trotzdem richtig toll und bot uns viele schöne Eindrücke.

Wir kamen bei der Kirche von Burgau an. Ein Kirchfest fand am Vorplatz statt, die Leute hatten es sich schon auf den Bierbänken gemütlich gemacht und studierten gerade die Speisekarten, während der Priester mit seinem Auto davonfuhr.

Über Treppen erreichten wir wieder das Schloss sowie das Bad und bedauerten aufrichtig, dass wir keine Schwimmkleidung eingepackt hatten. Das Bedauern war nur kurz … denn ein weiterer Höhepunkt des Ausflugs wartete noch auf uns: die wunderbare Erdäpfellasagne im „Hirschen“ (ein weiterer Grund für mich, immer wieder gerne nach Burgau zu fahren).

Im Innenhof des Gasthauses saßen wir im Schatten, genossen das Essen und nahmen uns vor, einen neuen Gelsenspray zu kaufen. Damit wir bei unserer nächsten Wanderung besser gerüstet wären.

 

 

„Sieben Quellen Weg“ – Ratschendorf

 

 

 

 

Distanz

Höhenmeter

Dauer

Rundweg

15 km

28 HM

3:45 h

Start:

Deutsch Goritz

Kirche  

Mitte Februar war es und wir hatten uns in den Süden der Steiermark aufgemacht, um den Frühling zu suchen. Und wie soll ich sagen: Wir haben ihn gefunden.

Wir starteten unsere Wanderung bei der Kirche von Deutsch Goritz und diese hat eine sehr interessante Geschichte. 1783 war es bereits vorgesehen gewesen, in Deutsch Goritz eine Kirche zu gründen – dazu war es vorerst einmal nicht gekommen. 65 Jahre später gab es dann Verhandlungen über den Bau einer Messkapelle. Weitere 21 Jahre später erlaubte das Ordinariat Graz, eine Kapelle zu bauen, was die Bevölkerung so nicht wollte. Immerhin wollte man eine Pfarrkirche haben, keine kleine Kapelle – groß war der Eifer beim Bauen nicht. Es kam zu einigen Ermahnungen, und siehe da, 20 Jahre später war die Kapelle endlich fertig. Fünf Jahre später, 1894, setzten sich die Geschwister Gollmann dafür ein, einen ständigen Seelsorger in den Ort zu bekommen. Nötigenfalls würde man ein Kloster bauen. Und 1902 war es endlich so weit: Kloster und Kirche wurden feierlich eröffnet, der Orden der Kalasantiner zog ein und 1928 war Deutsch Goritz sogar eine eigene Pfarre. Die Kirche von Deutsch Goritz sollte besonders sehenswert sein, hatte ich gelesen. Gemälde im Beuroner Stil seien zu bewundern.

Als wir in Deutsch Goritz ankamen, war gerade Gottesdienst. Die Bilder würden wir besser ein andermal ansehen, beschlossen wir und marschierten in Richtung Weixelbaum los. Nach circa 700 Metern bogen wir in die Betriebszufahrt der Peterquelle ein. Auf der linken Seite gab es eine riesige Weide mit Hochlandrindern, auf der rechten Seite begrüßte uns freudig wedelnd ein Hund. Sein Kollege war bei Weitem nicht so fröhlich drauf, wurde aber zum Glück von einem Zaun davor gehindert, uns von „seinem Revier“ zu vertreiben. Haushoch stapelten sich die Leerkisten vor dem Betriebsgelände der Peterquelle, allzu stabil sahen die Kistentürme nicht aus. An einem Getränkeautomaten vorbei – und schon betraten wir ein absolut idyllisches Gebiet.

Alles fließt – glaubt man: Bächlein und noch ein Bächlein. Und ganz, ganz viele Frühlingsknotenblumen. Ein junger Mann stand nachdenklich zwischen den weißen Frühlingsboten und sinnierte, ob sich diese Pflanzen gut in seinem Garten machen würden. Bitte nicht. Diese Frühblüher wachsen nicht umsonst so üppig in diesem Gebiet. Hier ist für sie der optimale Standort, wo sie sich so richtig wohlfühlen. Und wenn man sich vorstellt, dass jeder Wanderer Pflänzchen ausgräbt und mit nach Hause nimmt – dann ist von dieser Pracht hier bald nichts mehr zu sehen.

Eine Gebirgsbachstelze hüpfte fröhlich am Ufer entlang, die mussten wir natürlich fotografieren. Ebenso die Krokusse. Doch dann ging es weiter nach Salsach. Bei der Bundesstraße hätten wir eigentlich nach rechts abbiegen müssen, wir entschlossen uns allerdings dazu, noch einen Abstecher in den Ort Salsach zu machen, um die „Träne von Salsach“ zu besichtigen. Hübsch angelegt ist der Teich und ganz viele neugierige Kois tummeln sich darin. Diesen Teich soll es schon lange geben, das Dorf war wie ein Ring darum gebaut worden. Salsach hat auch eine ganz originelle Chronik. Verfasst worden war sie 1924 von Anton Puntigam. Da stehen so lustige Sachen wie: „Das Dorf gilt als wohlhabend. Es hat keine Armen zu versorgen und hat noch niemals Umlagen (= Schulden) gehabt, wessen sich kein anderes Dorf im Bezirk Mureck rühmen kann.“

Wir kehrten nun wieder um, um der Bundesstraße und dem ursprünglichen Wanderweg zu folgen. Gut – ganz genau folgten wir den Wegweisern nicht. Anstatt vor der Brücke rechts einzubiegen, überquerten wir die Brücke sowie die Kreuzung, um durch den Hof des Bauernhauses in den Wald zu gelangen. Der „Jaun“ ist ein Feuchtgebiet und im Vorfrühling das Paradies schlechtweg. Wir mussten richtig gut aufpassen, um auf keine der hübschen Blumen zu treten. Rechts neben mir war der Hang ganz blau – so viele Krokusse wuchsen hier. Links, im sumpfigen Teil des Waldes mit dem verzweigten Bächlein, waren die Frühlingsknotenblumen. Eine Pracht.

Der Kailash ist ein heiliger Berg in Tibet. Ich hatte einmal eine Dokumentation gesehen, wo Pilger den Weg mit ihrer Körperlänge ausmaßen, also sich immer wieder niederwarfen. Wir sind weder Buddhisten noch Hinduisten, noch waren wir auf einem felsigen Berg, sondern im Flachland (in einem Feuchtgebiet). Doch auch wir warfen uns immer wieder auf die Erde – bei so vielen wunderbaren Fotomotiven. Wir haben zum Glück eine funktionierende Waschmaschine. Das hatte es früher leider nicht gegeben. Dazumal wuschen die Leute ihre Wäsche zum Teil am Bach – in Ratschendorf heißt eine Stelle am Bach treffenderweise noch „Die Wäsch“.

Ratschendorf hat ein nettes Gasthaus und ein Römermuseum, beides hatte leider an dem Sonntag, an dem wir unterwegs waren, geschlossen. Wirklich schade. Das Gebäude, in dem das Museum untergebracht ist, war früher eine Tiefkühlgemeinschaftsanlage gewesen. Unsere Tiefkühltruhe wird niemals so eine Karriere machen. Neugierig wäre ich schon auf das Museum. In der Nähe von Ratschendorf, im Wäldchen, welches sich „Hügelstaudach“ nennt, hatte man zahlreiche Hügelgräber gefunden. 1987/88 konnten mehrere intakte Gräber freigelegt werden. Kräftige Bäume wachsen jetzt auf den Hügelgräbern und beschützen sie mit ihren mächtigen Wurzeln.

In Ratschendorf hat man die Möglichkeit, über die Bundesstraße nach Deutsch Goritz zurückzukehren (dauert circa 15 Minuten), oder man geht noch die zweite Schleife nach Maria Helfbrunn. Maria Helfbrunn sollte schon in keltischer Zeit ein heiliger Platz gewesen sein. Die Kapelle steht auf der oberen Seite der Geländekante. Ich stand vor der Kirche und sah den angrenzenden riesengroßen Mastbetrieb. Dieser Ort hat leider seine Magie verloren. Über Treppen kletterte ich dann die Geländekante hinunter und erreichte die Heilquelle. Das Wasser sollte gut für die Augen sein, gegen Warzen angewendet werden und den Innereien wohltun. Über eine Asphaltstraße wanderten wir entlang der Geländekante zurück zur Bundesstraße und fanden diese Schleife wenig reizvoll.

Mein Tipp wäre es, von Ratschendorf aus die Mostschenke „Pechmanns alte Ölmühle“ zu besuchen. Ein Sammelsurium von alten landwirtschaftlichen Geräten, Fliegern, Militärfahrzeugen, Rädern etc. und die Heimat von Büffeln, Alpakas, Kamelen und Dromedaren.

Auch der Abstecher zu den Hügelgräbern im Wäldchen „Hügelstaudach“ ist zwar nicht unbedingt sensationell, allerdings doch sehr interessant.

 

Klimazukunftsweg Pöllau

 

 

Distanz

Höhenmeter

Dauer

Rundweg

9,7 km

200 HM

3 h

       

Die Wanderung beginnt im sehenswerten Schlosspark Pöllau. Wir gehen beim Parkcafé vorbei und verlassen die grüne Oase am oberen Ende (rechte Seite) in Richtung Rabenwald. Kurz geht es eine Asphaltstraße entlang (von hier gibt es eine wunderschöne Aussicht auf das Schloss Pöllau sowie auf die Pöllaubergkirche), dann folgen wir dem Wegweiser in Richtung Hinterbrühl.

Wir haben diese Wanderung schon drei Mal gemacht und jedes Mal hatten wir hier wunderbare Erlebnisse. Wir durften Rebhühner beobachten, wie sie Futter suchten, ich hatte einmal eine Tannenmeise vor der Kameralinse (leider unscharf) und Linda fotografierte ein keckes Eichhörnchen, das uns ganz interessiert beobachtete (aufgeregt naschte es dabei eine Nuss).

Hier gibt es einen Schaubienenstock, einen riesigen Wespenkrug (unter Glas), ein Labyrinth und einen erstklassigen Wald-Kinderspielplatz.

Wir wandern zwischen einem steinigen Bachlauf und einem künstlichen Wasserlauf (für eine Mühle) auf einem richtig idyllischen Wegerl zum Ort zurück, wo wir bei der Mühle die Straße erreichen. So. Jetzt sind wir am Punkt der Wanderung angelangt, wo wir bei der ersten Wanderung nicht recht wussten, wie weiter.

Am besten zuerst links abbiegen (nur ein ganz kurzes Stück der Straße), dann gleich auf der gegenüberliegenden Straßenseite in Richtung Schwimmbad einbiegen. Endlich gelangen wir zum Aupark, wo „Wegelagerer-Enten“ nur darauf warten, Wanderern zu begegnen. Hocherfreut läuft uns eine Junggesellenbande zu – offensichtlich erhoffen sie sich Futter. Da muss ich sie wohl enttäuschen. (Bitte kein Brot füttern, das ist für Enten schädlich!)

Nach dem Park kommen wir an einem Haus vorbei, das eine ganz tolle Filmkulisse für einen Gruselfilm abgeben würde. Überhaupt gibt es in Pöllau interessante Gebäude, ist es ja auch ein sehr alter Ort. Um 1140 erfolgte die Marktgründung durch die Herren von Stubenberg. Es gab hier auch eine Talburg, die durch Wassergräben gesichert war. Anfang des 16. Jahrhunderts zogen Mönche aus Vorau in die alte Wasserburg ein. Allerdings dürften sie befunden haben, dass eine Burg nicht unbedingt standesgemäß sei, daher wurde sie abgerissen. Heute bestaunen wir den wunderbaren barocken Stiftsbau, der nun allerdings Schloss genannt wird (das Stift wurde 1785 unter Kaiser Joseph II. aufgelassen).

Wir haben das Glück, am Tag des Denkmals 2023 einige Führungen im Schloss Pöllau mitzuerleben. Eine etwas gruselige Führung durch Kellerräume und Krypta, eine äußerst informative Führung durch die Schlossräume und eine durch das Museum Echophysics. (Es gibt hier faszinierende Geräte zu bestaunen. Fragt mich nur nicht, wozu genau diese dienten!)

Mein Tipp: Wenn 2024 das Schloss Pöllau wieder beim Tag des Denkmals teilnimmt, unbedingt besuchen!

Leider bin ich jetzt etwas abgeschweift. Also wieder zurück zu unserer Wanderung: Wir verlassen den Ort in Richtung Masenberg, überqueren den Kreisverkehr und streben dem Wald entgegen. Ein lieblicher Pfad leitet uns über den Hang eines Bergwaldes. Gregi und ich überlegen uns, ob wir eine Rast bei einem exponierten Bankerl, hoch über der Straße, einlegen sollen. Die Blätter rund um uns sind sehr üppig, doch erhaschen wir einen schönen Blick auf den Ort und das Stift.

Das Wegerl führt uns wieder runter zur Straße, diese müssen wir überqueren, ebenso die Saifen. Nach der Brücke geht es links weiter. Wir gehen vorbei an seltenen Baumarten, an einem uralten Bildstock und erreichen endlich wieder einen Wald.

Im Haidenwald steht ein Aussichtsturm, der einen tollen Blick auf die benachbarten Baumkronen bietet. Und jedes Mal hoffe ich, dass ich von diesem Turm aus ein tolles Foto von einem Piepmatz aufnehmen kann. Bis jetzt ist mir das noch nicht gelungen.

Auf der weiteren Strecke gibt es allerdings, so man im Spätsommer unterwegs ist, links und rechts des Weges verschiedene wunderbare Pilze und Schwammerl. Ob einige davon auch zu essen sind? Egal, die pittoresken Fliegenpilze halten wenigstens still, wenn ich mit der Kamera anrücke, im Gegensatz zu den gefiederten Genossen, die sich partout nicht fotografieren lassen wollten.

Nun geht der Pfad steil zum Bach runter, über ein Brückerl, dann kommt noch eine schweißtreibende Steigung. Im Obstgarten grast ein Esel und dann kommt die – meines Erachtens – schönste Aussicht der Wanderung. Der Ort Pöllau mit Stift und dahinter die Pöllaubergkirche. Wunderbar!

Nun sind wir nicht mehr zu halten, Gregi und ich. Nur mehr ein kurzes Stückchen, dann haben wir die Konditorei Ebner erreicht. Cappuccino und Torte für Gregi, Kaffee und Vanillekipferl für mich, und für zu Hause einen Lebkuchen.