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Distanz |
Höhenmeter |
Dauer |
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12,1 km |
520 HM |
4 h |
























Wir wandern gerne im Pöllauer Tal, weil es dort einfach sehr schön und auch interessant ist. Und obwohl wir schon sehr oft in diesem Gebiet unterwegs waren, entdeckten wir immer wieder Neues und Unerwartetes. Auch diesmal machten wir uns in aller Herrgottsfrüh auf den Weg, um nicht in der größten Hitze wandern zu müssen.
Wir starteten die Wanderung beim „P-&-R“-Parkplatz vor dem großen Kreisverkehr. Zuerst ging es ein kurzes Stück entlang der Straße in Richtung Wildwiese, dann konnten wir schon rechts abbiegen und kamen an der ersten Bildsäule vorbei. Noch beeindruckender als die Bildsäule war eine stattliche Eiche, die als Naturdenkmal ausgezeichnet war. Ein steiler Anstieg wurde durch Stiegen erleichtert, und bald erreichten wir den Kreuzweg, dem wir weiter folgten.
In einer unscheinbaren Mulde steht die Herz-Jesu-Kapelle, die 1669 erbaut wurde. Weitaus interessanter erschien mir jedoch die hohe Stiege neben ihr, die auf den Kalvarienberg führte. Die Kreuzigungsgruppe stammt aus dem Barock, einer Zeit, in der Statuen oft in den wildesten Verrenkungen dargestellt wurden und dadurch etwas schaurig wirken.
Um dem Weg weiter zu folgen, mussten wir wieder zum Kirchlein hinunter, dann über eine Brücke gehen, und schon begann der nächste steile Anstieg. Diesmal war es ein felsiger, breiter Weg, der uns den Hügel hinaufführte.
Auf einer Wiese mit hübschem Ausblick entdeckten wir die zweite barocke Bildsäule: Maria mit Kind und einem ausladenden Reifrock. Dahinter eröffnete sich die Aussicht auf den Rabenwald mit Bergwerk, auf die Teichalm und auch die Wildwiese konnten wir sehen.
Da es schon etwas wärmer wurde, freuten wir uns, wieder in den Wald eintauchen zu dürfen. Der Weg bergauf war durchwegs interessant: Zwischendurch gab es einen Hohlweg, einige Treppen erleichterten den Aufstieg – dieser Wanderweg, der auch von Wallfahrern begangen wird, ist richtig toll.
Apropos Wallfahrten: Pöllauberg dürfte schon weit vor der christlichen Zeit eine heilige Stätte gewesen sein. Wo heute die Annenkapelle steht, gab es bereits im 12. Jahrhundert eine romanische Wallfahrtsstätte mit einer in Stein gefassten Quelle.
Da die Wallfahrer in früheren Zeiten gerne samstags zu dieser Stätte pilgerten, nannte man Pöllauberg den „Samstagsberg“ oder auch „Unser Frauenberg bei Pöllau“.
Im 14. Jahrhundert stiftete Katharina von Stubenberg die schöne hochgotische Kirche. Die Baumeister der Gotik waren wahre Künstler. Dieser damals neue Stil erforderte ganz besondere Kenntnisse der Statik, und die Bautechnik unterschied sich grundlegend von jener älterer romanischer Gebäude. Dazu kam, dass diese Bauherren ihr geomantisches Wissen nutzten – so auch bei der wunderbaren, zweischiffigen gotischen Kirche auf dem Ausläufer des Masenbergs.
Betritt man die Kirche über die steile Treppe, wundert man sich zunächst ein wenig: Eine Säulenreihe behindert die Sicht auf den Altar. Doch der Baumeister platzierte diese Säulen absichtlich genau so, denn sie sollen den Verlauf der Strahlung anzeigen. Ist man im Gotteshaus, sollte man unbedingt auch den Altar umschreiten. Diese Kirche beeindruckt noch heute.
Als in Pöllau das Kloster gegründet und von Vorau aus Augustiner-Chorherren angesiedelt wurden, übernahmen diese auch die Wallfahrtskirche auf dem Pöllauberg. Ich könnte mir vorstellen, dass das Pilgerwesen dem Stift eine gute Einnahmequelle bot.
Unter Kaiser Joseph II. wurden viele Klöster und Stifte aufgelassen. Das traf auch das Stift Pöllau, und so wurde Pöllauberg 1787 eine selbstständige Pfarre.
Wenn man aus dem Waldweg tritt und vor sich diese sandfarbene, hoch aufragende Kirche sieht, überkommt einen ein erhebendes Gefühl. Doch bevor man die Kirche betritt, sollte man dem barocken Bildstein vor der Kirche Aufmerksamkeit schenken. Er soll auf einem besonders stark strahlenden Platz stehen. Der Heilige zeigt einen entsetzten Gesichtsausdruck – warum, weiß ich nicht.
Unsere erhitzten Gesichter dürften glücklich gewirkt haben. Zum einen hatten wir den steilen Anstieg geschafft, zum anderen genossen wir die traumhafte Aussicht auf Riegersburg, Gleichenberger Kogel, Straden und Kapfenstein. Außerdem gibt es auf dem Pöllauberg den tollen Gastgarten des Gasthauses König, wo man exzellente Küche genießen kann.
Gut gestärkt besichtigten wir anschließend die Themengärten wie Schnapsgarten, Blumengarten und Kräutergarten. In Pöllauberg beginnt die Steirische Blumenstraße. Nur ungern trennten wir uns von diesem gepflegten Ort mit seiner einmaligen Aussicht, um über den Wald wieder bergab zu steigen.
Ein Wanderwegweiser ist auf dieser Strecke nicht ganz eindeutig, und zwar bei einem großen Parkplatz. Diesen mussten wir überqueren, und über den Weingarten gelangten wir zum Panoramaweg. Über diesen kamen wir schließlich zum Hotel Retter. Vor dem Hotel führt der markierte Wanderweg bergauf, um dann rechts ins Tal zum Rauschebach abzubiegen. Wer schon etwas müde ist, kann auch die Asphaltstraße hinuntergehen und gelangt so bequem zum letzten Abschnitt des Hirschbirnwanderwegs.
Im Wanderführer wird die Höhendifferenz mit 520 Höhenmetern angegeben, im Internet hingegen nur mit 330. Als wir beim Rauschebach ankamen, um dort gleich wieder den nächsten Hügel zu erklimmen, war ich der Meinung, dass mein Wanderführer mit seinen 520 Höhenmetern wohl eher recht hatte.
Doch auch diese Schleife lohnte sich: Wir waren in einem lieblichen Hügelland mit tollen Streuobstwiesen unterwegs. Ein Falke saß auf einem Kirschbaum, wir kamen an hübschen Einfamilienhäusern vorbei, und der Weg führte an besonders prächtigen Hirschbirnbäumen entlang. Hirsche mögen die Hirschbirne sicher auch, doch ihr Name kommt vom Herbst (oststeirisch „Hiascht“).
Die reifen Birnen sollte man beim Vorbeigehen nicht pflücken und essen – nicht nur, weil sich das nicht gehört, sondern auch, weil es sich geschmacklich nicht lohnt. Roh sind sie wenig aromatisch. Verarbeitet zu Edelbränden, Most, Essig, Kletzen, Saft oder Strudel entfalten sie jedoch ihr wunderbares Aroma.
Im Naturpark Pöllauer Tal soll es 92 verschiedene Apfel- und 32 Birnensorten geben. So gesehen ist es gut verständlich, dass hier großartige Produkte entstehen, wie die außergewöhnlichen Säfte des Obsthofs Retter oder die Essige der Ölmühle Fandler.
Fazit:
Eine rundum gelungene Wanderung mit sehr abwechslungsreicher Wegführung, wunderbaren Ausblicken und bester kulinarischer Versorgung. Die Gastronomie in diesem Teil der Steiermark bemüht sich wirklich – zahlreiche ausgezeichnete Betriebe laden zum Einkehren ein.










































































































































































































































































































































































































































































































































































