Distanz | Höhenmeter | Dauer | |
| 8 km | 103 HM | 3 h | |









Fernitz liegt 10 km südlich von Graz und ist eigentlich kein typisches Wandergebiet. Schade eigentlich. Wir waren Anfang April 2026 in Fernitz und wollten in Richtung Hausmannstätten gehen. Auf diese Route sind wir durch das Buch „Gehmütliche Steiermark“ von Anni und Alois Pötz sowie Johann Dormann gekommen.
Wir parkten in der Sportplatzstraße und sahen zwischen der Christbaumkultur und den Einfamilienhäusern bereits den Pfad, der uns zuerst an einem Marterl vorbei durch die Felder führte. Die erste Asphaltstraße musste überquert werden. Danach gelangten wir zur Etschbachstraße. Am Vortag waren wir in Winzendorf bei Pöllau unterwegs gewesen und hatten dort auf der Wanderstrecke Sitzgelegenheiten zum Ausruhen vermisst. Fernitz schaut besser auf seine Ausflügler. Auf diesem Platz stand wieder ein rotes Bankerl – bereits das zweite auf der kurzen Strecke bis hierher.
Hier mussten wir links abbiegen und der Straße in Richtung Buchkogel folgen. Es wurde immer idyllischer. Rechts neben uns plätscherte ein mäanderndes Bächlein, links erhob sich ein steiler Hang mit vielen blühenden Büschen. Wir waren mit Fotografieren und Schauen dermaßen beschäftigt, dass wir zunächst an der Abzweigung vorbeigingen, die wir hätten nehmen sollen.
Als wir unseren Irrtum bemerkten, kehrten wir um und folgten der Tafel, welche die Laufstrecke nach Hausmannstätten markierte. Schön war der Wald, mit einer tollen Artenvielfalt und ganz vielen munteren Vögelchen. Ein weiterer Wegweiser zeigte auf einen richtig steilen Weg nach oben, also bogen wir links ab und schnauften den Berg hinauf. Der Waldweg teilte sich, doch kein Wegweiser war zu sehen. Hätte Kolumbus meinen Orientierungssinn gehabt, hätte er Budapest entdeckt. Ich marschierte nach links und lag natürlich wieder einmal falsch. Wobei – ein großer Fehler war es dann auch wieder nicht, denn hier konnten wir herrlich blühende Kirschbäume fotografieren.
Endlich erreichten wir den Gipfel des Buchkogels. Dort stehen eine originelle Bank und ein noch originelleres Gipfelkreuz. Übrigens zum Namen Buchkogel: Etwas weiter südlich von Fernitz liegt Wildon, und dort gibt es ebenfalls einen Buchkogel. Dieser Buchkogel wurde schon sehr früh besiedelt – genauso wie der Fernitzer Buchkogel. Bereits in der Kupferzeit waren Menschen auf dem Fernitzer Buchkogel beheimatet.
Heute gibt es auf diesem Höhenrücken einen Wald. Durch die Zweige der Bäume konnten wir auf dicht besiedeltes Gebiet blicken: die Landeshauptstadt Graz, Seiersberg, den Flughafen Thalerhof, Fernitz und vieles mehr. Ich konnte auch das Schloss St. Martin sowie die Kirche St. Johann und Paul entdecken – und diese Kirche steht schon wieder auf einem Buchkogel. Ich frage mich schön langsam, ob hier in dieser Gegend alle Erhebungen Buchkogel heißen.
Der Schöckl bildete einen tollen Hintergrund. Dunkel wirkte er mit seinen Wäldern. Ganz im Gegensatz dazu leuchtete die Gebirgskette im Westen weiß zu uns herüber.
Nun ging es bergab, und wir erreichten eine Wanderwegkreuzung. Zum Haus der Stille hätten wir gehen können, doch wir wollten nach Hausmannstätten. Also wieder links – und den nächsten Hügel hinauf auf den Ochsenkopf. Dies sollte die größte Steigung der Wanderung werden, und wir waren dementsprechend langsam unterwegs. Das war auch gut so, denn auf diese Weise entdeckten wir einen ganz niedlichen Gesellen. Der Bombylius major, der Große Wollschweber, schwebte knapp über dem sandigen Boden. Sein Körper war ein richtig wolliges Kügelchen. Ich wunderte mich ein wenig, wie die kurzen Flügelchen es schafften, seinen Körper in der Luft zu halten – und das noch dazu nahezu regungslos auf einer Stelle. Dieses faszinierende Tierchen hatte einen langen Rüssel und schwarze Knopfaugen. Einfach süß.
Weiter ging es auf den Ochsenkopf, wo auf dem Gipfel die nächste Kuriosität auf uns wartete. Ein Strauch war mit Weihnachtskugeln geschmückt, der nächste Busch mit Ostereiern. Gut, immerhin war ja Ostermontag.
Kurz nach dem Ochsenkopf erreichten wir eine Siedlung und wanderten gemütlich auf der Gemeindestraße in Richtung Schloss Pfeilerhof. Das Schloss hat seine besten Tage schon hinter sich. In meinem Schlösserbuch war es noch mit intaktem Verputz abgebildet. Als wir davorstanden, wirkte es ein wenig wie ein „Lost Place“ mit ganz viel Charme. Im Garten wuchs ein traumhaft schöner Magnolienbaum, der in voller Blüte stand.
Kurz ging es durch eine Allee bergab. Dort gab es wieder eine tolle Rastbank. Hier mussten wir die Straße verlassen und links dem Wanderweg folgen. Durch einen Wald erreichten wir die ersten Siedlungshäuser von Hausmannstätten. Rechts gingen wir zur Bundesstraße vor und folgten ihr kurz bergab. Bei der nächsten Einfahrt bogen wir links in die Erzherzog-Johann-Straße ein. Ab nun ging es auf dem Radweg entlang des Ferbersbachs weiter. Bei der ersten Brücke wechselten wir auf die andere Uferseite und gelangten in den Generationenpark. Den Kindern von Hausmannstätten wird dort wirklich einiges geboten.
Nach dem Park gab es wieder eine Brücke, doch wir blieben auf unserer Bachseite und folgten dem Radweg weiter. An einem Pferdegestüt vorbei ging es stets dem Bach entlang, von dem Fernitz wahrscheinlich seinen Namen hat. Im frühen 13. Jahrhundert wurde Fernitz in einer Urkunde als „Vorenze“ bezeichnet, was laut Wikipedia so viel wie „Ansiedlung am Föhrenbach“ bedeuten soll.
Im Ferbersbach fühlen sich die Fischlein wohl. Gregi konnte einige Äschen entdecken. Im Gebüsch links und rechts des Baches waren muntere Vögel unterwegs, und auch Enten planschten im Wasser.
Nun erreichten wir wieder Fernitz. An den Sportstätten vorbei ging es zur Kirche. Irgendwo in diesem Gebiet soll es einen römischen Gutshof gegeben haben – sofern ich das richtig verstanden habe. Das Gotteshaus ist groß und beeindruckend und besitzt einen mächtig hohen Turm. Schon im Mittelalter kamen Wallfahrer hierher. Daher wohl auch die prächtige Kirche.
Ob die Kirche heutzutage noch von Wallfahrern besucht wird, kann ich nicht sagen. Allerdings gab es einen wahren Ansturm auf den Eispavillon sowie das Kaffeehaus Purkarthofer.
Der Erzherzog-Johann-Park ist ebenfalls eine Sensation für sich. Im Jahr 1966 überlegte man, was man mit der leicht sumpfigen Wiese im Ort anfangen könnte, und kam schließlich auf die geniale Idee, einen Park anzulegen. Einen herrlichen Park wohlgemerkt, dem Fernitz viele Auszeichnungen – auch internationale – zu verdanken hat. Ich stand in diesem prächtigen Park und drehte mich nach allen Seiten. Ich hätte mir nie träumen lassen, dass es so viele verschiedene Magnolienarten gibt. Und alle standen an diesem herrlichen Ostermontag in voller Blüte. Wow.
Über den Kirchplatz ging es schließlich wieder zum Auto. Einmal rechts abgebogen, dann marschierten wir über die Brücke, an den Schulen vorbei, und schon waren wir wieder in der Sportplatzstraße.
Diese Wanderung hat mir ausgesprochen gut gefallen. Vielleicht sollten wir in nächster Zeit die Kollegen des Buchkogels besuchen – den von Wildon oder den von Graz-Straßgang. Beide bieten ebenfalls recht tolle Wanderwege.


































