Distanz | Höhenmeter | Dauer | |
| Donnersdorf Au nach Apace | 8,5 km | nicht nennenswert | 3 h |
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Die Mur ist zwischen Mureck und Bad Radkersburg besonders interessant. Ein ganz hübsches Stückchen davon ist die Donnersdorfer Au, die wir immer wieder gerne besuchen. In Donnersdorf gibt es einen Wanderparkplatz.
Zuerst mussten wir den Mühlbach queren. Eine hübsche Brücke führte über das idyllische Gewässer. Davor stand ein Schild: „Amazon of Europe“. Gut, ob man da nicht etwas zu dick aufgetragen hat? Egal, wir waren nun auf dem Weg zur Kernzone des 5-Länder-Biosphärenparks Mur-Drau-Donau.
Auf den Wiesen neben dem Bach breiteten sich weiße Teppiche aus echten Schneeglöckchen aus. Wunderbar. Wir wanderten auf einem bequemen Weg weiter hinein in den belebten Auwald mit seinen munteren Bewohnern.
Im Vorfrühling hat man gute Chancen, Vögel zu entdecken. Und hier kann man richtig viele gefiederte Gesellen dabei beobachten, wie sie zwischen den Ästen hin- und herfliegen oder an den Stämmen hochklettern. Irgendwie hat es schon auch etwas, wenn die Bäume noch kein Laubkleid tragen.
Ein Schwarzspecht hämmerte, ein zweiter war ganz in der Nähe und machte sehr lautstark auf sich aufmerksam. Kohlmeisen, Schwanzmeisen, Krähen, Kleiber – was für ein reges Treiben an diesem herrlichen Frühlingstag. Warm war es – vor einer Woche hatte es noch jede Menge Schnee gegeben. Doch keine Angst vor Matsch und Morast: Der Weg war gut befestigt.
Schon kamen wir bei der Mur an. Hier gab es Infotafeln, einen kleinen Aussichtsturm und die „River’scool“. Hier mussten wir uns entscheiden: rechts abbiegen und in Richtung Murturm gehen – das hatten wir bereits im März 2025 gemacht.
Diese Wanderung ist etwas länger, doch der Murturm ist absolut sehenswert. Ich habe größten Respekt vor den Menschen, die diesen Turm geplant und gebaut haben. Eine ganz tolle Idee. In Gosdorf darf sich die Mur ausbreiten, es gibt Inseln, ein Bach mündet hier in die Mur, und rundum ist alles sehr belebt. Und inmitten dieses interessanten Gebietes hat man einen Aussichtsturm in Form einer Doppelhelix errichtet. Genial.
Ganz einfach war es wohl nicht, diese Idee umzusetzen. Gut Ding braucht Weile – die Eröffnung verzögerte sich –, doch das Ergebnis ist wirklich sehenswert. 168 Stufen sind zu bewältigen, 27,5 Meter ist der Turm hoch. Er hat einen eigenen Aufgang, und bergab geht es über eine andere Stiege. Der Blick von oben auf den Auwald ist sensationell. Der Fluss wirkt hier frei und wild – mich würde nicht wundern, wenn hier Winnetou herbeigeritten käme.
Bei der Wanderung im März 2025 waren wir nicht direkt an der Mur retourgewandert, sondern über einen Bergbaubetrieb und ein aufgelassenes Gehöft zurück nach Donnersdorf gekommen. Dabei waren wir in Fluttendorf in Elfi’s Hüttn eingekehrt.
Anfang März 2026 waren wir nicht ganz so ambitioniert. So weit wollten wir nicht gehen, also entschlossen wir uns, nach Apače zu wandern. Auch bei dieser Wanderung mussten wir 8,5 Kilometer zurücklegen, und etwa drei Stunden Gehzeit waren einzuplanen.
Doch zuerst besuchten wir den hölzernen Aussichtsposten der River’scool. Im Juni 2022 hatte sich auf den Stufen dieser Mini-Aussichtswarte eine hübsche Echse gesonnt. Sie hatte ein dickes Bäuchlein, einen getupften Bauch und einen hellen Rücken; seitlich war die Musterung etwas dunkler. Die hinteren Füßchen zeichneten sich durch extrem lange Mittelzehen aus. Aus dunklen, klugen Augen, die weiß umrandet waren, hatte uns das Reptil skeptisch beobachtet. Offensichtlich hatten wir nicht allzu furchteinflößend gewirkt, denn das Tierchen gewährte uns ein tolles Fotoshooting.
Im März war noch keine Echse unterwegs, also konnten wir ungehindert auf den Hochstand klettern und auf die Schotterinsel in der Mur blicken. Eine weitere Insel, diesmal mit Bäumen, entdeckten wir ebenfalls. Ein schnell fließendes Bächlein floss daran vorbei, bevor es in Mama Mur mündete. Diese Insel war offensichtlich die Werkstätte eines Bibers. Eines sehr, sehr fleißigen Bibers.
Doch nun ab nach Apače. Wir überquerten den Fluss über die Hängebrücke für Radfahrer und Wanderer. Gleich nach der Brücke gibt es die „Bicikl Bar“. Ob Fisch oder Pizza – hier kann man gut essen. Wir wollten jedoch zuerst wandern.
Wir folgten der Mur in Fließrichtung und konnten ein Gänsesägerpärchen entdecken. Weiße, dicke Bäuchlein. Das Männchen hat einen dunklen Kopf, seine Herzensdame trägt eine braune Haube.
Im Sommer 2022 gab es auf diesem Murabschnitt ganz hübsche Gänsesägerküken.
Wir waren auf dem Waldweg unterwegs. Graues Laub vom Vorjahr bedeckte die Fahrbahn, daneben gab es Krokusse und Streifen aus weißen Schneeglöckchen. Das dichte Gestrüpp hatte noch keine Knospen oder gar Blätter, doch im Gewirr der dünnen Ästchen tat sich etwas. Ein hübsches gelbes Bällchen – eine wunderbare Goldammer. Was für eine Freude. Die Goldammer gilt als Bote des Frühlings und trägt im Volksmund den Beinamen „Morgenstern“.
Gelbe Goldammer, weiße Schneeglöckchen und violette Krokusse – wie schön doch das Frühjahr ist. Im Sommer 2022 waren die Büsche mit üppigem Laub bedeckt, am Mittelstreifen des Forstweges wuchs hohes Gras, vom grauen Laub des Vorjahres war nichts zu sehen. Die Natur erneuert und verändert sich erstaunlich rasch.
Bei den Infotafeln über die Tierwelt mussten wir rechts abzweigen, verließen schließlich den Auwald und steuerten auf Apače zu. Im Sommer kann man neben der Kirche in einer Eisdiele einkehren – das Eis ist sehr gut. Im März war sie leider nicht geöffnet.
Auch die Kirche, die bereits um 1200 gegründet wurde, war nicht geöffnet. Hoch und spitz ist das Dach. War das neben der Dachrinne einst ein Wasserspeier? Ein Affe mit einer Kugel, glaube ich zumindest.
Die Rosette ist wunderbar. Sie wurde aus einem einzigen Stein gefertigt. Die Kirche hat Charme, das steht fest. Im Sommer 2022 tummelte sich eine Hochzeitsgesellschaft vor der Kirche. Fröhliche und glückliche Menschen. Wie schön.
Wie schon erwähnt, hatten wir diese Wanderung bereits einmal im Sommer unternommen. Damals herrschte große Hitze, und daher kam sie uns sehr anstrengend vor. Im März bei angenehmen Temperaturen mussten wir darüber schmunzeln. Eben war es hier … und so weit war die Wanderung dann auch wieder nicht – gerade einmal ein etwas längerer Spaziergang.
Zurück bei der Mur kehrten wir schließlich in der Bicikl Bar ein. Die Gibanica, eine köstliche Mehlspeise aus Schichten von Mohn, Topfen, Nüssen und Äpfeln, können wir wärmstens empfehlen.















































