Distanz | Höhenmeter | Dauer | |
Kraftweg | 3,97 km | 117 HM | 1 h |
Rund um den Josefiberg | 3,11 km | 93 HM | 1:15 h |












Die Altburg von Bad Schwanberg hat eine wunderbare Geschichte. Da gibt es diesen Bergsporn oberhalb des heimeligen Kurorts mit einer herrlichen Aussicht. Und weil es dort oben so schön ist, wundert es nicht, dass der Bergsporn schon sehr früh besiedelt wurde.
Schon in der Jungsteinzeit haben die Menschen diesen besonderen Ort aufgesucht. Die Kelten waren dort, die Römer natürlich auch – wo waren sie nicht? Im frühen Mittelalter baute man eine Wehranlage aus Holz, im Hochmittelalter eine wehrhafte Steinburg.
Wie diese Wehranlage ausgesehen hat, weiß man heute nicht mehr. Einen hohen Turm dürfte sie gehabt haben, geschützt war sie durch ihre natürliche Lage (drei Seiten haben steile Abfälle) und Ringmauern.
Fünfzehn Jahre hatte der Bau dieser Steinburg gedauert. 1255 war sie mehr oder weniger fertig. 1266 wurde sie bereits vom Böhmenkönig Ottokar II. eingenommen. Im fünfzehnten Jahrhundert verstärkte man die Burg mit zwei Rondellen. Das half leider nichts, denn die kaiserlichen Truppen belagerten die Burg (Grund: Baumkirchner Fehde) und sie musste dem Kaiser übergeben werden.
1500 war die Anlage dermaßen beschädigt, dass man sich entschloss, sie aufzugeben. In eine Burg, die zweimal besiegt worden war, wollte man verständlicherweise nicht mehr viel investieren.
Dafür baute man im 16. Jahrhundert das Renaissanceschloss Schwanberg, und die Burgruine nebenan war ein begehrter Steinbruch. So kam es, dass die Burg gänzlich abgetragen wurde. Ein Wald wuchs über die ehemalige Burgstätte, und die einst stolze Wehranlage wurde im Laufe der Zeit vergessen.
Die feudalen Zeiten auf dem Schloss Schwanberg gingen vorbei. Das herrschaftliche Anwesen wurde zu einer Pflegeanstalt. 2004 wurden im Landespflegeheim Schwanberg Bauarbeiten durchgeführt, und siehe da, man stieß auf Grundmauern in der Erde. Aber nicht irgendwelche mickrigen Mäuerchen waren das – bis zu vier Meter dick waren sie.
Wenn man in der Erde auf massive, dicke Mauern stößt und wenn der Ort daneben „Tanzboden“ genannt wird, dann ist es meistens vielversprechend, der Sache auf den Grund zu gehen. Gesagt – getan.
Zuerst musste natürlich alles gerodet werden, und dann wurde der Burgkogel erforscht. 20 Jahre hat man dafür gebraucht – zu Tage gebracht wurden Funde aus der späten Steinzeit, der Kupferzeit, der Urnenfelderzeit, der Latènezeit, der Römerzeit und aus dem Mittelalter.
Gegraben und gesucht wurde auch in alten Urkunden – und hurra, auch hier wurde man fündig. In einer Urkunde aus dem Jahr 1056 wurde Schwanberg mit dem Ortsnamen Odelisnic erwähnt.
Weil diese Geschichte mit der vergessenen und wiederentdeckten Burgstelle so romantisch ist, beschlossen wir am letzten Augustwochenende 2025, diese Altburg zu besichtigen.
Bad Schwanberg ist ein beschaulicher, hübscher Kurort (Moorbad). Der Hauptplatz ist langgezogen und hat einen wunderbaren Blumenschmuck. Am Ende des Hauptplatzes führt eine überdachte Treppe hoch zur Klosterkirche. Neben dieser Stiege gibt es die Information, und dort kann man sich eine interessante Broschüre über die Altburg Schwanberg besorgen.
Nachdem wir die Klosterkirche besucht hatten, ging es zur Pfarrkirche. Ein Ritter wies uns den Weg in Richtung eines alten Friedhofs – ein schattiger Friedhof neben dem Wald mit windschiefen, alten Grabsteinen. Wir stiegen den Kreuzweg bergauf, an eindrucksvollen Passionsfiguren vorbei, und schließlich erreichten wir das Josefikircherl. Die Aussicht von hier war richtig toll; das Gotteshaus war leider verschlossen. Durch das Fenster am Tor sahen wir jedoch, wie wunderbar farbenfroh die Kirche ausgemalt war.
Über einen Waldweg folgten wir dem Mittelalterlehrpfad zur Altburg. Auch hier gab es Statuen, jedoch keine Heiligen, sondern düstere Ritter aus Holz.
Ich hatte Luftbilder von der Altburg gesehen. Sie waren bei weitem nicht so eindrucksvoll wie das Gelände, das nun vor uns lag. Von unten hochwandernd nahmen wir erst die Dimensionen der Geländeterrassen wahr – etwas, das auf Fotos nicht ganz so eindrucksvoll dargestellt werden kann. Die Angreifer mussten einst eine ordentliche Steigung bewältigen, um die Burg zu erstürmen.
Neben dem Rondell vorbei stiegen wir das Gelände hoch, denn wir wollten auch etwas erstürmen: den Aussichtsturm. Angenehm massiv und stabil wirkte dieser Stahlturm, und die Aussicht war erste Sahne. Schloss Schwanberg – dahinter die Weinebene, das Wolfgangikircherl, Schloss Hollenegg (war das dahinter Graz?), der Buchkogel und der Wildoner Burgberg, weit dahinter ein grauer Schatten – die Riegersburg.
Wir sahen uns die Gegend an und wussten, warum dieser Hügel schon so früh besiedelt war. Gut, durch den Markt Schwanberg führte auch eine Handelsroute über die Koralm nach Kärnten. Im Mittelalter durfte man hier eine Maut erheben. Wahrscheinlich wurde dieser Weg jedoch schon in der Römerzeit genutzt.
Über das Schloss Schwanberg (die Mauern um den Garten sehen sehr verdächtig nach den Steinen der Burg aus) ging es dann bergab zurück zur Josefikirche. Nun war das Kirchentor sogar offen – eine Taufe fand gerade statt, wie schön.
Wir stiegen die Kirchtreppe hinab und bogen dann rechts in den Wanderweg, der uns direkt zur Sulm führte. Da die Wanderung bis dahin noch nicht allzu ausgiebig gewesen war, beschlossen wir, der Schwarzen Sulm weiter zu folgen. Eine gute Entscheidung.
Dunkel ist das Wasser, dunkel die schönen, runden Steine darin. Schwarze Sulm – wie zutreffend. Sie ist ein Naturdenkmal und darf noch frei fließen. Es ist ein Genuss, an ihr entlangzuwandern. Leider stieg der Wanderweg irgendwann bergan, und dann mussten wir uns entscheiden: links abbiegen und bis zur Sulmhütte wandern … oder rechts zurück in Richtung Josefikircherl. Die Sulmhütte würden wir ein andermal besuchen.
Im Ort Schwanberg gibt es hervorragende Gastronomie. Im Steirereck am Hauptplatz hatten wir schon öfter ausgezeichnet gegessen. Doch bei unserer Wanderung war es heiß, und wir hatten nicht so recht Hunger auf ein gekochtes Essen. Eiskaffee – das wäre eher etwas. Also besuchten wir das Kurcafé Schwanberger Stüberl, wo wir es uns auf der gemütlichen Terrasse gutgehen ließen.


































