Distanz | Höhenmeter | Dauer | |
| 10 km | 185 HM | 3 h |






Wir gingen diese Wanderung an einem extrem schönen Frühlingstag mit klarer Sicht, und mir kam es vor, als wären wir in einem Bilderbuch unterwegs.
Die Wegstrecke beginnt beim Gemeindeamt in Puxa. Man geht an einem hübschen Pavillon vorbei in Richtung Halbenrain. Beim letzten Haus des Ortes bogen wir links ab und marschierten zwischen Heidelbeeren und Pappeln den Wiesenweg bergauf. Gregi entdeckte – versteckt zwischen den Bäumen – ganz viele Walderdbeeren. Natürlich musste er ein wenig von diesen seltenen Köstlichkeiten naschen.
Es folgte eine kurze Waldpassage, dann kamen wir auf eine schmale Asphaltstraße, die uns an einer wunderbar blühenden alten Holunderanlage vorbeiführte. Ein Feldhase war darin unterwegs, ebenso ein Specht. Gregi konnte außerdem zwei Wiedehopfe beobachten. Natürlich nahmen uns die Tiere auch wahr – und sie waren klarerweise weitaus schneller als wir. Daher gibt es leider keine Fotos von ihnen. Dafür konnten wir wunderbare Bilder von Straden machen.
Straden war ein „Hexenberg“. Zumindest wurde das bei den Feldbacher Hexenprozessen behauptet. Dass der Stradner Hügel etwas Besonderes ist und sich dort wahrscheinlich schon in uralter Zeit ein Heiligtum befand, kann man wohl zu Recht annehmen. Nicht umsonst wurde eine „Kirchenfamilie“ mit vier Kirchen auf dem Berg errichtet.
Besiedelt ist die Gegend schon sehr lange. So hat man beispielsweise im Wald von Puxa Hügelgräber aus dem 1. bis 2. Jahrhundert nach Christus gefunden. Doch zurück zu unserem Weg.
Am Hochstrandler hat man einen famosen Panoramablick: nach Slowenien, hinüber in die Südweststeiermark – sogar den Speikkogel konnte ich entdecken. Dazu mein Tipp: Bei dieser Wanderung sollte man unbedingt ein Fernglas mitnehmen.
Steil ging es den Berg hinauf durch wunderbaren Laubwald. Zwischendurch hat man einen tollen Blick zum Königsberg und auf Tieschen.
Die Wanderroute ist gut ausgeschildert, und man kann sich fast nirgends verlaufen. Fast. Irgendwann sind die praktischen gelben Schilder mit der Aufschrift „Krispelweg“ überklebt. Es gibt eine Strecke durch einen Weingarten, und man kommt bei der Haltestelle Neusetz/Krispelweg heraus. Dort muss man rechts abbiegen, um zu dem bekannten Weingut zu gelangen.
Wir kamen zum Krispel – sogar in den Garten mit dem Kinderspielplatz, den vielen Liegestühlen und vorbei am Pool. Das Restaurant Krispel öffnete erst um 14 Uhr, und wir waren natürlich zu früh. Also folgten wir dem Wegweiser „Krispelweg“ weiter. Durch den Weinberg in den Graben, über eine Brücke, den Gegenhang hinauf – und dann stellten wir fest, dass wir im Kreis gelaufen waren.
Etwas Gutes hatte dieser Umweg allerdings: Ein Feldhase hoppelte sehr gelassen auf der Straße dahin. Er war wirklich sehr zutraulich und ließ sich fotografieren.
Wir recherchierten im Wanderführer „Steirisches Vulkanland“ vom Kompass-Verlag, zogen die Internetseite „Bergfex“ sowie eine Tracking-App zu Rate – und verliefen uns erneut. Nachdem wir das dritte Mal vor dem Krispel standen, kamen wir darauf, beim Weingut Fassold die Asphaltstraße bergabzugehen. Wegweiser gab es keine, aber es war eigentlich die einzige plausible Variante. Und sie war richtig. Wenig später trafen wir wieder auf die gelben Schilder, die uns von da an verlässlich leiteten. So kamen wir wohlbehalten in Sulzbach an.
Ein Bauer hatte die Wiesen gemäht und wendete gerade das Heu. Das veranlasste Mäuse und Grillen, ihre Verstecke zu verlassen. Und das wiederum veranlasste einen hungrigen Falken, im Rüttelflug über der Wiese auszuharren und nach Essbarem Ausschau zu halten.
Kulturhistorisch interessant ist der Tabernakelpfeiler in Hof bei Straden. Diese gotische Lichtsäule, datiert auf das Jahr 1514, ist mit ihrem gedrehten Fuß steiermarkweit einzigartig. Ich habe gelesen, dass sie auf einer besonders starken Strahlenkreuzung steht. Es wird erzählt, dass sich an auserwählten Tagen unerlöste Seelen an Wegkreuzungen treffen. Lichtsäulen sollten ihnen helfen, zur Seligkeit zu finden. Ob nun dieser Tabernakel diese Aufgabe erfüllt, weiß ich nicht. Hübsch anzusehen ist er jedenfalls – auch wenn der Wind die Christusfigur darin umgestürzt hat.
Die nächste Station war der Johannisbrunn, und dort gab es den nächsten Tabernakelpfeiler. Er ist auf das Jahr 1530 datiert, hat einen sechseckigen Schaft und steht auf einer Wiese direkt neben dem Betriebsgebäude der Johannisquelle.
Bereits 1678 wurden die Johannisbrunnen – damals hieß es noch „Brunn zur Stradn“ – urkundlich erwähnt. Ich frage mich, ob dieser Brunnen nicht schon viel länger bekannt war und genutzt wurde. Immerhin gibt es in dieser Gegend römische Hügelgräber. Und die Römer waren bekanntlich sehr findig, wenn es um Heilquellen ging.
Um Heilwasser handelt es sich auch bei diesem Säuerling. Leber, Magen, Gallenblase und Harnwege sollen von seiner Wirkung profitieren. Ich glaube, ich werde dieses Wasser auch einmal probieren.
Der Kulinarikweg führte nun am Sulzbach entlang. Schöne Büsche und Bäume säumten das Gewässer; in ihnen fühlten sich die Vögel besonders wohl. Über einen Feldweg, vorbei an Erbsenfeldern, ging es schließlich zurück nach Puxa, wo wir bei der Puxamühle einkehrten.
Von den römischen Hügelgräbern hatte ich leider erst nach unserer Wanderung gelesen – daher suchte ich sie auch nicht auf.
Die Bewohner der Gegend erzählten sich früher, dass in diesen großen Hügeln Riesen wohnten. Diese seien jedoch äußerst friedliebend und den Menschen wohlgesonnen gewesen.
Wie ich bereits eingangs erwähnt habe: Wir waren in einer Landschaft wie in einem Bilderbuch unterwegs. Auf Riesen zu treffen hätte mich daher gar nicht verwundert.
















































































































































































































































































































































































































































































































































































