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Distanz |
Höhenmeter |
Dauer |
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6,9 km |
12 HM |
1:43 h |
| Man kann im Park auch einen ganzen Tag verbringen. |





Diesmal möchte ich den Schlosspark Laxenburg, 17 km südlich von Wien, vorstellen. Der Park ist 250 Hektar groß, und man legt mindestens 7 km zurück, um alle Sehenswürdigkeiten des Geländes zu erkunden.
Wir waren bisher zweimal im größten historischen Landschaftsgarten Österreichs unterwegs – einmal im September und einmal an einem verregneten Oktobertag. Der Tageseintritt in den Park ist human – 2025 kostete das Ticket 4 €. Da Laxenburg mit öffentlichen Verkehrsmitteln leicht erreichbar ist, ist dieses Ausflugsziel gut besucht. Doch das Gelände ist so riesig, dass sich die Menschen verteilen können. Außerdem gibt es mehrere Gastronomiebetriebe im Landschaftsgarten.
1306 kauften die Habsburger das Gelände, um es als Jagdgebiet zu nutzen. Es war nicht weit von Wien entfernt, und im dichten Auwald dürfte es genug Wild zum Erlegen gegeben haben. Die Habsburger waren bekannt dafür, begeisterte Jäger zu sein – geschossen wurde wahrscheinlich auf alles, wie ich gelesen habe, sogar auf Reiher.
Wohnen konnte die herrschaftliche Familie im „Alten Schloss“, das früher durch einen Wassergraben geschützt war. Das ging so lange gut, bis Kaiserin Maria Theresia mit ihren vielen Kindern keinen Platz mehr im Alten Schloss fand. Daher ließ sie den „Blauen Hof“ bauen, der fast alles bot, was man sich unter einer prachtvollen Jagdresidenz erwartete. Es gab einen Theatertrakt und einen Speisezimmertrakt – große Feste und Jagden sollten ausgerichtet werden.
Will man heute in den Park, passiert man den Blauen Hof, in dem es heute eine Gastronomie gibt. Die Gebäude sind niedrig, der Hof wurde in die Breite gebaut, und die Fassaden sind gelb statt blau. Der Name „Blauer Hof“ stammt von der Familie Ploenstein, die um 1600 hier ansässig war.
Sobald man im Park angekommen ist, muss man sich entscheiden, welche Richtung man zuerst einschlägt. Der Park bietet riesige Wiesen, gigantische Bäume, Wald, Wege und Bachläufe. Wir entschieden uns, nach rechts zu gehen, denn dort, hinter mächtigen Bäumen versteckt, entdeckten wir das Alte Schloss.
Im Gegensatz zum Blauen Hof hat das Alte Schloss ein besonderes Flair. Die Mauern sind leicht buckelig, das Gebäude wirkt gedrungen und wehrhaft, die zwei Höfe eher eng – kein repräsentativer Bau, der auf dem Reißbrett geplant wurde. Aber er atmet Geschichte. Das Alte Schloss ist ein Gebäude, das je nach Bedarf ausgebaut und verändert wurde – und das über eine lange Zeit. Ich stand im Hof und konnte mir gut vorstellen, wie sich das Hufeklappern auf dem Kopfsteinpflaster angehört haben könnte. Einen Brunnen gab es in einer Mauernische – hier holten wohl die Küchenmädchen das Wasser. Viel Sonne verirrt sich nicht in diesen beschaulich kleinen Hof, daher sind an den Außenmauern des Schlosses hübsche Sonnenuhren aufgemalt.
Maria Theresia ließ jedoch nicht nur den Blauen Hof errichten, sondern auch den Park im französischen Stil gestalten: einen Waldstern mit dem Dianatempel (es war ja immerhin ein Jagdgebiet), einen Alleestern, den Forstmeisterkanal – und mein absoluter Liebling: das Grüne Lusthaus, in dem die Kaiserin einst wohl gerne Karten spielte.
In einem Buch las ich, dass Schloss Laxenburg samt Park als Refugium für das Haus Habsburg diente. Die armen Herrscher, die immerzu auf die Etikette achten mussten, hätten diesen privaten, intimen Bereich (von 250 Hektar) dringend benötigt. Mein Mitleid mit den armen Herrschern hält sich eher in Grenzen; meine Anteilnahme gilt vielmehr den vielen „Bettgehenden“. Das waren Arbeiter in Wien, die sich keine eigene Wohnung leisten konnten. Sie mieteten sich für einige Stunden ein Bett in einem fremden Heim. Diese Betten wurden im Schichtbetrieb vermietet. Hygienisch war das sicher nicht, und Privatsphäre hatten weder die Arbeiter noch ihre Vermieter – dies war zu Zeiten von Kaiser Franz Joseph II. und seiner Sisi üblich.
Zurück zum Park: Der Sohn von Kaiserin Maria Theresia, Joseph II., hatte einen gänzlich anderen Geschmack als seine Mutter. Ein Landschaftspark nach englischem Stil sollte entstehen. Dazu kam der Concordiatempel.
Was macht ein Kaiser, wenn er sich vom Krieg und den bösen Franzosen ablenken will? Er widmet sich wieder dem Schlosspark Laxenburg, lässt verschiedene Staffagebauten errichten und baut auf einer Insel in einem künstlich angelegten Teich eine „gotische“ Burg.
Wir standen an einem verregneten Oktobertag vor dem Teich und sahen zur Franzensburg. Mit den düsteren Wolken im Hintergrund sah sie aus wie ein Dracula-Schloss in einer Disney-Verfilmung. Die Franzensburg hat es in sich – sie ist ein Recycling-Bauwerk. Das Baumaterial stammte vom Stift Waldhausen, die Kassettendecken vom Schloss Greillenstein und vom Stift Zwettl, die Ledertapeten vom Salzburger Rathaus usw. Österreichs Klöster, Schlösser und Kirchen wurden regelrecht geplündert. Ach, hätten all diese Teile an ihrem ursprünglichen Platz bleiben dürfen!
Nichtsdestotrotz ist es recht angenehm, mit der Fähre zur Burg überzusetzen und dort im lauschigen Gastgarten zu sitzen. Die Burg selbst haben wir innen nicht besichtigt, wir waren auch nicht auf der Aussichtsplattform des Turms, von wo aus man das Areal hervorragend betrachten kann. Es ist auch möglich, mit einem Boot zu fahren. Besonders toll finde ich, dass man im Winter angeblich Schlittschuh laufen kann – das würde mir extrem gut gefallen. In der Adventszeit gibt es im Park eine Lichtershow (höherer Eintritt).
Ich mag den Schlosspark sehr. Der Kanal mit seiner Staustufe (mit den etwas dümmlich dreinblickenden Sphingen), die gotische Brücke mit den Ritterköpfen, die Wasserläufe mit den Alleen, die verschiedenen Tempel und Teiche – auch der Turnierplatz mit den Ritterstatuen – alles hat seinen Reiz. Die älteren Teile wirken gediegen und durchdacht, die Künstler unter Franz II., die die Anlagen bauten, hatten offenbar ein Gespür für Kuriositäten – gewollt oder ungewollt, kann ich nicht sagen. Franz II. wollte die alte Ritterwelt wieder aufleben lassen – mit Rittersäulen, einer Rittergruft … und es kommt mir vor, als würden all diese Bauten von steinernen Löwen bewacht werden. Man kann es natürlich auch übertreiben.
Die alten, ausladenden Bäume, gekoppelt mit den Wasserläufen, bilden ein hervorragendes Habitat für die Tiere. Ein Reh fühlte sich im hohen Gras wohl, Krähen entdeckten die kurz gemähte Wiese für sich, Kleiber liefen auf den dicken Baumstämmen auf und ab, Meisen suchten die Nadelbäume ab, Kormorane bevölkerten den Schlossteich, Schwäne hatten hier ein herrliches Zuhause, und die Enten spezialisierten sich darauf, arglose Spaziergänger aufzulauern.
Auch wenn es im Landschaftsgarten einige kitschige Bauten gibt, ist der Park insgesamt ein absolut wertvolles Stück Erde. Im 21. Jahrhundert ist er einer der wenigen Plätze, an denen sich sehr viele Menschen erholen, Familien ihre Sonntage verbringen, Sportler ihre Runden laufen und Naturgenießer Beobachtungen machen können – und die Tierwelt kann sich trotz allem prächtig entfalten.
Wenn es nach mir geht, werde ich diesen Park noch viele Male besuchen. Die Enten warten bestimmt schon auf mich.








































