Landskron Burgherrenrunde

 

 

Distanz

Höhenmeter

Dauer

Parkplatz vor Mautstelle Landskron

3,4 km

140 HM

1:20 h

    

Mit ihren 3,4 km ist diese Wanderung nicht allzu lang, und so hat man genug Zeit, den Affenberg oder die Burg mit ihrer Greifvogelwarte zu besuchen. Die Zufahrt zur Burg Landskron ist eine Mautstraße, auf Höhe des Affenbergs gibt es einen Parkplatz. Dort beginnt die Wanderung. Vor dem Schranken der Mautstraße befindet sich auch ein Wanderparkplatz. Dort hatten wir geparkt. Der Aufstieg zur Burg war äußerst steil, und leider wurde gerade ein neuer Forstweg errichtet. Normalerweise sind die Anstiege zu Burgen sehr idyllisch. Bedingt durch die Baustelle verhielt es sich bei dieser Festung (im Jahr 2025) nicht so.

Immer wieder wundere ich mich, was junge Mütter alles zu leisten fähig sind. Gregi und ich schleppten uns mit letzter Kraft den Berg hinauf. Hinter uns kamen eine sportliche Oma und eine junge Mama samt Kind und Kinderwagen den Berg hinauf. Das Kind war schlecht gelaunt und raunzte, und der lehmige, neu angelegte Forstweg war auch nicht gerade kinderwagentauglich. Am Ende des Weges musste sogar noch ein aufgeschütteter Erdhügel überwunden werden. Die junge Frau meisterte dies alles mit Bravour und sah dabei auch noch wie aus dem Ei gepellt aus – nicht verschwitzt, nicht fertig und müde – so wie wir. Nebenbei schaffte sie es auch noch, beruhigend auf das Kind einzureden und mit ihrer Mutter zu plaudern.

Gregi und ich plauderten nicht mehr – allerdings hatten wir gerade noch genug Energie, einige Fotos von der Burg zu schießen, bevor wir uns dem Abenteuer „Affenberg“ stellten.

Zirka 180 Japanmakaken haben ihr Zuhause unterhalb der Festung. Japanmakaken sind Primaten – also äußerst gescheit und sehr lernfähig. Diese Affen haben eine sehr strenge Hierarchie. Das „Sagen“ haben mehr oder weniger die Weibchen – ihre Ränge werden von Müttern auf Töchter weitervererbt. Das ranghöchste Weibchen bestimmt, wer das Alphamännchen in der Gruppe sein darf. Dabei handelt es sich allerdings nicht um das stärkste, sondern meist um das sozialste männliche Tier.

Im Jahr 1996 gab es ein schlimmes Gewitter über Landskron. Ein Blitzschlag legte den Elektrozaun um das Affengelände lahm. Die cleveren Tierchen begannen, die Umgebung zu erkunden, und plötzlich hieß es in Österreich: „Achtung, in Kärnten laufen Affen frei herum.“ Jene Steirer, die schon immer gerne Witze über ihre südlichen Nachbarn machten, meinten daraufhin nur lapidar: „Das haben wir ja schon immer gesagt!“ Doch Spaß beiseite: Der Affenberg auf Burg Landskron ist ein wirklich lohnendes Ausflugsziel. Man muss zwar sehr viele Regeln betreffend Rucksäcke, Taschen, Kinderwägen etc. befolgen – wie gesagt: Die Affen sind clevere Tierchen und verstehen es recht gut, uns Menschen auszutricksen. Sowieso verstehen es diese Primaten, gut zu leben. Sie baden gerne, und sie knöpfen den Guides viele Leckerlis ab. Hin und wieder lassen sie sich dazu überreden, ihre Intelligenz bei komplizierten Aufgabenstellungen unter Beweis zu stellen. Der Affenberg allein ist es schon wert, der Burg Landskron einen Besuch abzustatten.

Nach dem Besuch bei den Affen gingen wir am Fischteich und am Aquädukt vorbei in Richtung Burg. Im Fischteich der Anglergemeinschaft Villach jagte ein Zwergtaucher-Paar ganz eifrig nach Fischen. Wir beobachteten sie mit großer Begeisterung, denn diese recht zierlichen Wasservögel waren unseres Erachtens wahre Extremtaucher. Es war ein richtiges Ratespiel, wo die schwarzen Vögelchen wieder an die Wasseroberfläche auftauchen würden.

Noch einige Höhenmeter mussten wir zurücklegen, um das erste Tor zu erreichen. Die Burgruine Landskron ist weithin sichtbar. Früher war die Renaissancefestung sicherlich besonders beeindruckend. Von den einst sieben Türmen und der doppelten Ringmauer sind nur mehr Ruinenreste übrig. Doch diese werden touristisch gut genutzt. Eine Greifvogelschau wird geboten, ein SB-Bistro im Burghof oder eine exquisite Gastronomie mit Aussichtsterrasse und Hochzeitslocation sorgen für das leibliche Wohl.

Landskron – was für ein hochtrabender Name – wurde am 25. Juli 1351 erstmals urkundlich erwähnt. Das Gebiet gehörte einst den Mönchen von Ossiach. Ein Herzog kaufte ihnen das Land ab und erbaute auf dem Ausläufer der Ossiacher Tauern eine Burg: „die Krone des Landes“.

Die Mönche dürften den Verkauf des Grundstückes dann doch bereut haben, jedenfalls gab es mit den nachfolgenden Besitzern der Burg immer wieder Streit über die Fischereirechte.

1542 kaufte Christoph Khevenhüller die Burg und baute sie zu einer massiven Festung aus. Finanziell dürfte er recht gut gestellt gewesen sein. Dazu kam, dass im Burgberg und in der Umgebung Silber abgebaut werden konnte.

Die Khevenhüller waren Protestanten. Bartholomäus Khevenhüller richtete in der Burg sogar eine Druckerei ein. Evangelische Bibeln wurden dort gedruckt. Der katholischen Kirche gefiel das sicherlich nicht besonders, und so verweigerte man ihm ein Grab auf dem Friedhof der katholischen Pfarrkirche. Er wurde auf der Burg begraben. Wer die Burgkapelle besucht, sollte sich unbedingt den wunderbar gearbeiteten Grabstein des Bartholomäus Khevenhüller ansehen.

Auch wenn man reich war: Hatte man den falschen Glauben, bekam man im Habsburgerreich schnell einmal Schwierigkeiten. Der Sohn von Bartholomäus Khevenhüller hatte als Protestant den falschen Glauben und wurde ausgewiesen. Vielleicht war das dann doch nicht die allerbeste Idee, denn dadurch verpflichtete er sich zum Militärdienst beim schwedischen König Gustav Adolf.

Wir umrundeten die eindrucksvolle Festung, dann gingen wir wieder zurück zum Parkplatz beim Affenberg und starteten nun die eigentliche Wanderung.

Über einen Waldweg ging es bergauf, und wir entdeckten eine Blindschleiche, die friedlich über den Weg kroch. Nur zu gut, dass momentan kein Greifvogel der Vogelwarte unterwegs war – sie wäre eine leichte Beute gewesen. Es lohnte sich, den Weg weiter bergaufzusteigen, denn nun hatten wir einen wunderbaren Blick von oben auf die Burgruine. Farbenprächtig leuchtete die Burgarena zu uns herüber – der optimale Austragungsort für ein Quidditch-Turnier. Doch nicht nur die Burg konnte man von diesem Platz aus sehen, sondern auch die Stadt Villach, den Dobratsch, die Karawanken und die Julischen Alpen.

Links ging es dann zum Jungfernsprung. Im deutschsprachigen Raum mussten in früheren Zeiten recht viele Wüstlinge herumgelaufen sein – so viele Jungfernsprünge, wie es da gibt. Jungfrauen, die sich aus Verzweiflung und auf der Flucht vor Bösewichten in die Tiefe warfen. Der Jungfernsprung von Landskron liegt über dem Ossiacher See, und man hat einen tollen Blick auf die Gerlitzen Alpe. Eine Holzskulptur, die eine nackte Nixe darstellt, steht auf dem Platz. Die Nixe wurde aus dem See verbannt, weil sie aus Liebeskummer die Ufer des Sees mit seinen Fischerhäusern flutete.

Recht nett ging der Pfad oberhalb des Ossiacher Sees weiter, doch schließlich bog er rechts wieder bergab, und wir kamen zu einem überdimensionalen Bilderrahmen. Von hier aus war der Blick auf Landskron wirklich sehr lohnend.

Wir hatten es irgendwie wieder einmal geschafft, nicht der richtigen Route zu folgen. Schließlich kamen wir über einen Graben bei den herrschaftlichen Weingärten an und von dort wieder zum Burgteich mit dem idyllischen Aquädukt. Von dort stiegen wir dann wieder über den Forstweg in Richtung Schranken ab.

 

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