|
Distanz |
Höhenmeter |
Dauer |
|
|
Rundweg |
10,4 km |
213 HM |
3 h |
Am Ostersonntag 2026 fuhren wir am späten Vormittag nach Winzendorf – besser gesagt zu den Winzendorfer Teichen. Von dort aus starteten wir zu einer herrlichen Wanderung.
Die Winzendorfer Teiche werden sehr gerne von Anglern frequentiert. Diese hatten ihre Zelte an der der Bundesstraße abgewandten Seite der Teiche aufgestellt. Der Wanderweg führte zwischen Teich und Bundesstraße in einer Art Wäldchen entlang. Als wir vom Wanderweg aus in das Wasser sahen, entdeckten wir einen sehr, sehr großen Fisch. Der Kluge – in seiner Bucht, weit weg von den Fischern, war er sicher. Und so sollte es auch bleiben.
Bei der Infotafel querten wir die stark befahrene Bundesstraße. Ein langer Krötenzaun war entlang dieser Straße errichtet worden. Eine sehr gute Initiative, die sicherlich schon vielen Amphibien das Leben gerettet hat.
Über eine schmale Asphaltstraße marschierten wir bergauf und kamen schließlich nach Winzendorf. Durch den Ort ging es bis zum Gasthaus Bohmann, das am Ostersonntag sehr gut besucht war. Dort bogen wir links ab und schließlich rechts in einen Feldweg ein. Wunderbare alte, knorrige Birnbäume gibt es hier. Viele weitere Birnbäume würden wir auf unserer Wanderung noch sehen, immerhin waren wir ja im Pöllauer Tal unterwegs – dem Tal der Hirschbirnen.
Links ging es dann durch den Wald. Ich hörte unaufhörlich lautes Scharren. Gab es hier einen wilden Rehbock oder gar Wildschweine? Der Wanderweg führte praktisch durch einen grünen Tunnel, noch immer dieses Scharren. Sehen konnte ich jedoch kein Tier – bis wir bei einem Bauernhof herauskamen. Eine Katze, zwei Hähne und eine glückliche Hühnerschar … einige prächtige Henderln machten offensichtlich ihren Sonntagsspaziergang im schattigen Wald. So leben wahrlich glückliche Hühner!
Hier mussten wir uns entscheiden: entweder zum Hotel zur Grünen Au oder links weiter dem Wanderweg folgen und die Schleife zurück nach Winzendorf nehmen. Hunger hatten wir noch keinen, und es war ein traumhaft schöner Tag – also wanderten wir weiter. Zuerst in Richtung Winzendorf, jedoch nicht ganz hinein. Bei einer Linkskurve folgten wir einem Feldweg und kamen wieder an wunderbaren, riesigen Hirschbirnbäumen vorbei. Alte Bäume sind ein toller Lebensraum für viele Tiere. Wer alte Obstbäume stehen lässt, fördert auch unsere gefiederten Freunde. Das Pöllauer Tal ist ein absolut wertvoller Lebensraum für alle möglichen Piepmätze.
Das merkten wir besonders in der nächsten Wegpassage durch den Wald. Rabenkrähen und Nebelkrähen hatte ich schon gesehen, eine Waldohreule hatten wir leider aufgeschreckt, alle möglichen Spechte waren unterwegs, ebenso kletterten die Kleiber behände die Stämme hinauf. Doch nicht nur sie: Auch einen Baumläufer bekam ich vor die Linse.
Nach dem Wald gingen wir auf einer schmalen Asphaltstraße in Richtung Söllnerdorf. Von hier hat man einen ganz tollen Blick auf die Filialkirche Sankt Anna am Masenberg.
Dieses kleine gotische Kirchlein wurde 1499 errichtet. Ziemlich einsam steht es dort am Südhang des Masenbergs. Nur wenige Menschen lebten hier, und im Zuge der Kirchenreform Josephs II. wurde die Kirche geschlossen. Für die 256 Personen, die zu diesem Kirchsprengel gehörten, war das ein Unglücksfall. Für die heutigen Freunde der Gotik hingegen war es das Gegenteil. Das Kirchlein wurde nicht barockisiert und durfte seinen wunderbaren Flügelaltar behalten.
Am Gasthaus Stiegenwirt vorbei führt eine sehr steile Straße hinauf zum Sattel. Dort könnte man sich entscheiden: rechts zur St.-Anna-Kirche oder links weiter auf dem Wanderweg 14 mit der weiß-gelben Markierung. Diese Passage ist besonders wunderbar: Auf der Bergkuppe standen unzählige Kirschbäume in Blüte, dahinter der blaue Himmel und einige weiße Wölkchen.
Am Vorabend hatte es hier ein Osterfeuer gegeben, und noch immer stieg Rauch auf. Osterfeuer zu entzünden ist ein sehr alter Brauch – schon 751 wurde in einem Briefwechsel zwischen dem Missionar Bonifatius und Papst Zacharias ein Osterfeuer erwähnt. Funfact: Papst Zacharias hatte eben in diesem Jahr den Verzehr von Hasenfleisch verboten. Allerdings nicht, weil er an den Osterhasen glaubte, sondern vielmehr deshalb, weil Hasen als Symbol der Fruchtbarkeit galten und ihr Verzehr daher als „sitten- und moralgefährdend“ angesehen wurde.
Vor uns lag auf einem Hügel die Pöllaubergkirche. Ebenfalls gotisch, so wie die St.-Anna-Kirche, jedoch deutlich größer. Neben der großen gotischen Wallfahrtskirche steht auf dem Pöllauberg auch eine kleine Annakirche. Der Großmutter Jesu Christi wurden im Pöllauer Tal viele Kirchen gewidmet. Wikipedia entnahm ich, dass Anna lange Zeit die Lieblingsheilige Martin Luthers war – jenes Reformators, auf den sich die evangelisch-lutherische Kirche beruft, die eigentlich nicht unbedingt Heilige verehrt.
Nach dem Sattel bogen wir links in den Graben hinunter. Die Querung des Bachs war etwas abenteuerlich – umgestürzte Bäume erschwerten das Weiterkommen. Ging es gerade noch steil bergab, schleppten wir uns nun den Gegenhang wieder hinauf, wobei wir erneut an herrlichen Birnbäumen vorbeikamen. Bei einer Asphaltstraße wussten wir zunächst nicht weiter, entschieden uns jedoch, der Straße bergab zu folgen. Bald entdeckten wir wieder eine Markierung. Wir wurden über eine Wiese gelotst, wobei der Weg in diesem Abschnitt nicht ganz klar war.
Über die Zufahrt zu einem Einfamilienhaus gelangten wir wieder zur Gemeindestraße – und erneut war großes Rätselraten angesagt. Links gab es eine Markierung, aber auch rechts. Wir entschieden uns für rechts, kamen durch ein kurzes Waldstück und entdeckten die erste Bank auf unserer Wanderung. Endlich! Hin und wieder ist es herrlich, wenn man sich setzen und im Rucksack nach Proviant wühlen kann. Noch herrlicher ist es dann natürlich, diesen zu verzehren.
Erkenntnis des Tages: Wenn man nicht mehr unbedingt sicher ist, ob man noch auf dem richtigen Wanderweg ist, sollte man am besten etwas essen. Zwar erlangt man dadurch keine besseren Ortskenntnisse, doch ein voller Magen hebt enorm die Stimmung.
Voller Zuversicht folgten wir dem Weg, für den wir uns entschieden hatten, und kamen schließlich zu den beiden Kartteichen, die mitten im Wald lagen. Jugendliche waren hier unterwegs, es gab eine Fischerhütte und einen hübschen Weg rund um das stehende Gewässer. Laut Bergfex-App mussten wir den zweiten Teich halb umrunden. Dann kamen wir an eine Wegkreuzung und wussten wieder einmal nicht weiter.
Zielstrebig entschieden wir uns leider für den falschen Weg. Wahrscheinlich hätten wir den rechten Forstweg nehmen sollen. Taten wir aber nicht. Zuerst erschien uns unser Wanderweg noch sehr verheißungsvoll, bis er – wir waren schon eine ganze Weile bergab gegangen – plötzlich in Dornen endete. Unter uns hörten wir bereits die Bundesstraße. Dorthin mussten wir. Wir überwanden Büsche und Dornen und kamen schlussendlich zerkratzt und abgekämpft am Ziel an. Wir sprangen über den Krötenzaun, querten die Straße und gelangten wieder zu unserem Ausgangspunkt.














































