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Distanz |
Höhenmeter |
Dauer |
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Steindorf |
7,3 km |
17 HM |
ca. 2 h |






Startpunkt: Steindorfer Eishalle oder gebührenpflichtiger Wanderparkplatz an der L50 Landesstraße von Steindorf nach Ossiach
Das Bleistätter Moor haben wir im April 2025 entdeckt und waren davon äußerst begeistert. Daher beschlossen wir, im Mai einige Tage in Steindorf am Ostufer des Ossiachersees zu verbringen. Und damit das Naturerlebnis noch toller wird, haben wir uns in ein hübsches Tiny-Häuschen eingemietet. Von der Terrasse aus konnten wir herrlich auf den See blicken. Einfach toll.
Einst war das Bleistätter Moor riesig groß – 600 ha soll es gehabt haben. In den 30er-Jahren des letzten Jahrhunderts nahm man es mit dem Naturschutz wohl nicht so genau. Dafür waren landwirtschaftliche Flächen wichtig, und man hatte inzwischen das technische Wissen, Moore zu entwässern. Also tat man das, und lange Jahre wurde die Fläche intensiv landwirtschaftlich genutzt.
Der Ossiacher See wurde ebenfalls genutzt, und zwar touristisch. Die Urlauber schätzen klares, sauberes Wasser, welches jedoch durch Düngemittel und Chemikalien der Landwirtschaft belastet wurde.
Also hatte man die hervorragende Vision, das Moor wieder zu fluten. Das geschah 2017. Und seither hat sich in diesem Gebiet wirklich sehr viel Positives getan. Am Ostufer des Ossiachersees ist ein wahres Natur- und Vogelparadies entstanden.
Wir wanderten in aller Herrgottsfrühe zum Moor. Es war gerade einmal halb sechs Uhr früh. Voller Vorfreude auf die Frühstimmung im Naturschutzgebiet marschierten wir beim „Steinhaus“ des Architekten Günther Domenig vorbei. Wie ein überdimensionaler „Transformer“ aus Beton, Stahl und Glas hockt das Gebäude am Ufer des Ossiachersees und erweckt garantiert bei jedem Betrachter eine gewisse Neugierde.
Weiter führte uns der Weg am See entlang, von wo aus wir romantische Bootshäuschen aus dunklem Holz entdeckten, die einen ziemlichen Gegensatz zum Steinhaus bildeten. Ein prachtvoller Kastanienbaum stand in schönster Blüte und verbreitete einen intensiven Geruch. Graugänse machten in der Morgensonne Gänseyoga.
Über eine kleine Brücke über ein Gerinne, vorbei an einem Spielplatz mit öffentlichem WC, gelangten wir zum Dammweg, wo ein wunderbar altes Holzhaus mit einem noch wunderbareren Garten steht. Jetzt hatten wir es nicht mehr weit zum Moor.
Gleich am Anfang des Moorwegs steht ein Vogelbeobachtungsturm. Gregi harrte in der Kälte aus und suchte verbissen das Schilf mit seinem Feldstecher nach einem Drosselrohrsänger ab. Hören konnte man ihn laut und deutlich … aber sehen? Viele, viele Schilfstängel gab es. Der Drosselrohrsänger war recht unscheinbar und nicht allzu groß. Und er wusste sich gut zu tarnen, sodass man ihn kaum finden konnte – trotz seines wirklich sehr lauten, sagen wir mal, Gesangs.
Endlich bewegte sich ein Schilfrohr. Hier dürfte er sein … oder aber nur ein Spatz oder eine Blaumeise. Vögel gab es ja viele im Bleistätter Moor. Über hundert Vogelarten, sagt die eine Quelle – eine andere behauptet sogar 200 verschiedene Arten.
Am Vortag war ein Eisvogel wie ein schillernd blauer Blitz über mich hinweggeflogen. Ein Haubentaucher hatte sich elegant im Wasser gedreht und sich von seiner besten Seite gezeigt. Apropos Haubentaucher: Ihr Gefieder ist so dicht und so seidig weich, dass die Modewelt des 19. Jahrhunderts ganz wild darauf war. Für Krägen, Hüte und Muffe musste das weiche Gefieder herhalten, bis eine britische Tierschutzvereinigung gegründet wurde, um die Haubentaucher zu retten. Wie gesagt – bereits im 19. Jahrhundert.
In der Früh war es (obwohl es Mai war) sehr, sehr kalt im Moor, und ich sehnte mich nach meiner Winterjacke. Am Vortag waren wir am späten Nachmittag unterwegs gewesen. Da waren die Temperaturen weitaus angenehmer gewesen. Allerdings waren am Nachmittag auch mehr Leute im Moor unterwegs. Tiere auch.
Das lange Stehen in der Kälte ist nicht so mein Ding, also ging ich ohne Gregi weiter hinein in das Moorgebiet. Gregi stand noch immer mit dem Fernrohr vor den Augen auf dem Turm und musterte verbissen das Schilf.
Ein schmaler Pfad trennte die offene Wasserfläche vom Teil des Moores, wo Büsche wuchsen. Am Vortag waren auf der Wasserfläche ein Haubentaucher, eine Schwanenfamilie mit fünf Küken und Graugänse unterwegs gewesen. Im Moor mit Gebüsch hatte ich am Tag davor ein Teichhuhn entdeckt.
Ich bewunderte das strahlend leuchtende Schilf, gruselte mich ein wenig vor dem Nebel, der die geknickten und gefluteten Baumstämme etwas unheimlich wirken ließ, und erreichte schließlich die Brücke der Tiebel. Die Tiebel ist ein Fluss und der wichtigste Zufluss des Ossiacher Sees. Ihr Ursprung soll auch einen Besuch wert sein, habe ich gelesen. Über 40 Quellen soll die Tiebel haben.
Der nächste Teil des Moores war besser belebt. Hier steht das alte, windschiefe Pumphaus, welches immer mehr ins Moor versinkt. Auf der Spitze des Türmchens hat sich Familie Storch heimisch niedergelassen. Am kalten Morgen saß Mama Adebar auf ihren Küken, um sie zu wärmen. Am Vortag war sie gestanden und hatte den Kleinen Schatten gespendet. Papa Storch war inzwischen im seichten Wasser unterwegs. Euphorisch hatte er sich ein Stöcklein gesichert, womit er stolz vor dem „Nachbarn“, einem x-beinigen Graureiher, herumstolzierte. Dieser schien sich dafür nicht zu interessieren.
Etwas mürrisch saß er da, während seine Herzensdame ebenfalls im Wasser herumstakste. Sie hatte allerdings ihre Aufmerksamkeit ihrem Horst gewidmet, der zirka einen Meter über ihr in die gefluteten Büsche hineingebaut war. Die Reiherküken im Teenageralter mit struppigen Frisuren schienen der Mama kundzutun, was sie bitte als Jause mit nach Hause nehmen sollte.
Ein Kormoran saß mit geöffneten Flügeln auf einer Insel und ließ sich trocknen, ein Kollege von ihm hatte dafür einen abgebrochenen Baumstamm ausgewählt. Die Kormoranfrau war ein Morgenmuffel und schlief noch tief und fest. Dafür war die Graugans-Gang unterwegs. Schön der Reihe nach schwammen mindestens 18 Gänse durch das Wasser.
Am Nachmittag des Vortages waren wir die ganze Runde gegangen. Wir konnten einen Froschkönig mit goldenen Augen beobachten. Er war nicht alleine hier, er hatte eine große Verwandtschaft. Nicht nur Aphrodite ist eine Schaumgeborene – auch die Wasserfrösche können sich dieser Eigenschaft rühmen.
Vom zweiten Vogelbeobachtungsturm ging es am Wasser entlang weiter, an einem Campingplatz vorbei zum Parkplatz mit WC, über die Straße in einen Feldweg, der neben einem Bach entlangging. Dort hatte Gregi die schönsten Fotos von einem Drosselrohrsänger gemacht. Dann mussten wir links abbiegen und kamen an der Baumschule Teuffenbach vorbei, die hübsche Rhododendren und Azaleen züchtet.
Dann kam der Wald, wohin einige Rhododendren offensichtlich ausgebüxt waren und sich – wie in Irland – freudig ausbreiteten und vermehrten. Moorböden mögen sie besonders gerne. Wieder über die Straße und einen Wanderparkplatz ging es dann dem Moor entlang – diesmal waren die Aussichtsplattformen ebenerdig. Rundum hörte man die Vögelchen singen (nicht nur den lautstarken Drosselrohrsänger). Die ersten Häuser von Steindorf waren wieder erreicht.
Es werden im Moor auch Führungen angeboten. Unter www.natourerleben.at kann man Näheres darüber erfahren.















































































