Anger – Erlebnisweg Honigbiene

 

 

Distanz

Höhenmeter

Dauer

Rundweg

3,8 km

76 HM

1:20 h

       

Start: Schwimmbad Anger

Diese Rundwanderung ist leicht und auch kurz und führt in eine märchenhaft anmutende Gegend mit wunderbarer Aussicht. Optimal also für einen kurzen Wintertag, besonders wenn man durch kulinarisch üppige Feiertage etwas träge geworden ist. So wie wir es waren an einem warmen, wunderbaren Stephanitag. Wir parkten also unter der Brücke beim Schwimmbad und steuerten gleich der Infotafel zu (hier gibt es auch tolle Wanderkarten von Anger).

Anger hat eine ausgezeichnete Infrastruktur für Wanderer und man hat langjährige Erfahrung mit Freizeitangeboten. Anger warb schon Ende des 19. Jahrhunderts mit der „Sommerfrische“ – damit gehörte man in der Steiermark zu den Pionieren des Tourismus.

Marktauswärts gibt es ein Biotop, wo sich Enten tummeln, etwas weiter quert man die Schmalspurbahn, dann geht es einen Hang rauf und man kommt zu einer Buschenschank. Bald sieht man die Polstermöbelfabrik ADA und dahinter den Turm der „Vierzehn-Nothelfer-Kirche“. Dieser spätgotische Bau war früher einmal eine Wallfahrtskirche. Einfache Leute waren es, die hierherzogen, um um Hilfe bei diversen Leiden zu beten. Ärzte gab es nicht viele und leisten konnte man sich eine Behandlung auch nicht. Die ganz großen Heiligen wollte man auch nicht immer belästigen, also zog man zu den „Vierzehn Nothelfern“. Die meisten davon waren Märtyrer und hatten so ihre Spezialgebiete. Die Zuordnung ihrer Fachkompetenz scheint uns heute eigenartig. Da gibt es zum Beispiel Dionysius, der mit einem abgeschlagenen Kopf dargestellt wird. Ausgerechnet er sollte gegen Kopfschmerzen helfen.

Doch zurück zur Wanderung: Unaufhörlich nähert man sich dem „Märchenwald“. Und tatsächlich! Mehrere muntere Wildbächlein durchziehen den Wald. Darin liegen riesige, moosbewachsene Steinblöcke, ein Steg, dahinter eine Mühle wie aus dem Bilderbuch. Kleine Fenster, hölzerne Regenrinnen, die Schindeln des Daches sind auch mit Moos überzogen. Ein idealer Spielplatz im Sommer.

Verlässt man den Wald, hat man einen umwerfenden Ausblick auf den Höhenrücken des Zetz. Die Ruine Waxenegg kann man gut sehen, ebenso den Ort Anger. Anger – so nennt man eine kleinere Grasfläche oder einen Grasplatz in einem Dorf. Und so eine Grasfläche gab es in der Flussschlinge, die die Feistritz hier bildete. Danach wurde der Ort benannt, der im 12. Jahrhundert besiedelt wurde. Mitte des 14. Jahrhunderts bekam Anger das Marktrecht.

Der Bienenlehrpfad wäre kein Bienenlehrpfad, wenn es nicht auch einen Bienenstock zu betrachten gäbe. Ein Bienenstock im Wildbau könnte besichtigt werden – wir verzichteten drauf. Wir wollten die Tierchen nicht unnötig stören.

Stattdessen gingen wir in Richtung Fresen weiter und mussten unzählig frischen Pferdeäpfeln ausweichen. Immerhin – es war ja Stephanitag – gab es in Anger sicherlich auch eine Pferdeweihe. Und in Fresen gibt es einen riesigen Reiterhof. Stattliche Pferde (warm eingewickelt in Pferdedecken) standen auf der Weide. Und in Fresen sahen wir weitere nette Tiere. Da waren die dicken Schafe mit ihrer warmen Winterwolle, die friedlich zwischen uralten Bäumen weideten. Eine schöne Weide, die im Sommer genügend Schatten bot. Eine gelassene, riesige rote Katze … und da war noch die Hundebesitzerin, die ihren tierischen Begleiter  „Gassi führte“.

Irgendwie mussten wir bei all dieser Beschaulichkeit einen Wegweiser übersehen haben, denn wir kamen wieder zum Märchenwald zurück. „Auch gut“, beschlossen wir und wanderten noch eine kleine Runde über etliche Stege entlang des Wildbachs und Jungwalds. So, den Märchenwald hatten wir nun genug erkundet. Zurück zum Ort!

Am Nachhauseweg schmiedeten wir Pläne. Es gäbe ja noch so einige interessante Wanderungen in Anger: den Erlebnisweg Rauchstubenhaus – über die Ruine Waxenegg und Florianiwasserfall. Die Schloss-Külml-Runde – über den Töchterlehof zum Schloss (unbedingt einen Abstecher zur St.-Ulrichs-Kapelle machen) und unter dem Viadukt retour. Den Grubbründlweg würde es noch geben, den Genussrundweg und den Schichtweg … gut, den vielleicht doch nicht. Schwierigkeitsgrad: schwer.

Der Waldromantikweg ist allerdings sehr reizvoll und gut zu wandern. So sinnierten wir … und dann gäbe es da ja auch noch die mystischen Unter- und Oberwelten von Anger. Eine geführte „Lost-Places-Tour“ vielleicht? Hört sich ja richtig verlockend an. 

 

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