Rundwanderweg – Start: Parkplatz bei der Klause
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Distanz 5,5 km |
Höhenmeter 150 HM |
Dauer 1:75 h |






Sonntag war es, ein prachtvoller 1. Oktober, und wir waren voller Vorfreude. Die Deutschlandsberger Klause (Laßnitzklause) wollten wir uns ansehen. Wir wussten, dass es eine gemütliche Wanderung werden würde, und wir wussten auch, dass dieses Europaschutzgebiet in puncto Erlebnis, Natur und Schönheit kaum zu überbieten ist.
Rein also in die schmale Fels- und Waldschlucht. Die Laßnitz sah aus wie ein Goldstrom, so wunderbar spiegelte sich das Licht in ihr. Prächtige Pilze lugten unterm Laub hervor, Farne wuchsen zwischen moosigen Wurzeln – eine herrliche Wanderung! Ein breiter bequemer Weg führte sanft bergauf, zwischendurch machten wir immer wieder Abstecher hinunter zum Wasser. War da eine Wasseramsel? Sie war natürlich schneller als wir.
Auch egal. In dieser wildromantischen Umgebung mangelte es nicht an anderen Fotomotiven. Gigantisch hohe Buchen, moosüberzogene Steine und Wurzeln, tolle Felsformationen und ein munterer Fluss mit kleinen Kaskaden. Zugegeben, richtig wanderten wir hier nicht. Gregi war fast nicht dazu zu bewegen, weiterzugehen, so sehr war er mit seiner Kamera beschäftigt.
Ich war bereits über die nächste Brücke marschiert und entdeckte ein richtiges „Logenplatzerl“ am Ufer. Sollte sich Gregi nur Zeit lassen – ich würde hier auf dem gemütlichen Bankerl sitzen und meine Jause genießen. Doch – ich weiß nicht, wie er es macht – irgendwie kriegt er es immer mit, wenn es was zum Futtern gibt. Bald schon saß er fröhlich neben mir und verspeiste ebenso seinen mitgebrachten Kornspitz.
Gestärkt ging es weiter. Auf einem großen Steinmugel hatten sich Personen verewigt: Sebastian Hofer 1814, Walter (den Nachnamen konnte ich nicht mehr ganz entziffern) August 1933 … Was sie dazu veranlasst hat, ihre Namen gerade auf diesen Stein zu meißeln? Bei ihnen weiß ich es nicht, jedoch bei Josef Kyselak (1798 bis 1831) kennt man die Beweggründe, wieso er fast überall, wo er hingekommen war, seinen Namen als eine Art Graffiti hinterlassen hatte. Und er kam wirklich weit herum. Der Hofkammerbeamte Kyselak hatte laut Legende gewettet, dass er binnen drei Jahren in der ganzen Monarchie bekannt werden würde. Und der Schriftzug mit seinem Namen, angebracht an sehr, sehr vielen Plätzen im Kaisertum Österreich, machte ihn sogar so bekannt, dass er zum Kaiser zitiert wurde. Franz I. hätte ihm bei diesem Besuch verboten, je wieder seinen Namen irgendwohin zu schreiben – was der gute Mann auch brav gelobte. Als der „geläuterte“ Untertan und Hofkammerbeamte den Kaiser wieder verlassen hatte, fand der Monarch allerdings Kyselaks Namen und Datum in seinem Schreibtisch eingraviert. Ich liebe diese Geschichte. Und ist sie nicht wahr, ist sie zumindest gut erfunden.
Wir erreichten nun die „Einsiedelei“. Ab hier führte der Weg in einigen Kehren bergan. Etwas außer Puste, dafür voller Vorfreude, erreichten wir die Burg Deutschlandsberg. Ein wunderbares Panorama: die Weinberge und unterhalb die Stadt.
Dieser Ort ist besonders. Das wussten auch die Leute dazumal, in der Jungsteinzeit. Schon im 5. Jahrtausend (andere Quellen sprechen vom 4. Jahrtausend) vor Chr. hatten hier Menschen gewohnt. Und ihnen folgten weitere Personen, die auf diesem Hügel beheimatet waren. Man fand Siedlungsspuren aus der frühen Eisenzeit, aus der Keltenzeit … und dann auch noch aus dem 7. Jh. n. Christus.
Dann wird die Geschichte konkreter. Um 970 erhielt das Erzbistum Salzburg dieses Gebiet und im 11./12. Jahrhundert wurde die erste Burg gebaut. Diese darf man sich allerdings nicht allzu pompös vorstellen – war sie noch eine Turmburg aus Holz und Erde auf einem Trockenmauerfundament.
Im 15. Jh. wurde eine gotische Burganlage errichtet, im 16. Jh. kam ein weiterer Ausbau (und somit konnte sie auch nicht von den Türken unter Sultan Soliman eingenommen werden).
Unermüdlich baute man aus und zu … und dann kam das verhängnisvolle 19. Jahrhundert mit der verheerenden josephinischen Dachsteuer. Teile des Daches wurden abgedeckt, die Burg verfiel zusehends. 1927 wurden Teile des Burggebäudes gesprengt.
Einen großen Dank muss man der Stadtgemeinde Deutschlandsberg aussprechen, die 1932 die Burg kaufte und im Laufe der Jahrzehnte wieder zu einem wunderbaren Gebäude ausbaute. In der Burg befindet sich das Museum Archeo Norico – das Museum für Vor- und Frühgeschichte. Was man da nicht alles herausgeholt hat aus dem weststeirischen Boden! Die ostkeltische Totenmaske aus Goldblech lässt wohl kaum einen Besucher kalt. Gregi begeisterte sich – und da erkennt man eindeutig den Kaufmann – für die keltischen Münzen und ich konnte mich kaum bei den Gemmen (Schmuckstücken) aus Karneol mit den zierlichen Motiven sattsehen. Nicht verpassen sollte man den neu angelegten Rundgang durch die Altburg, vorbei an den Zisternen, durch schmale Lücken, durch dicke Mauerwerke … einfach herrlich! Irgendwann waren wir dann doch bereit, uns von den alten Gemäuern zu trennen.
Vom Burgberg ging es über die Jakobistiege den Weinberg bergab. Besonders lohnend war es, sich hin und wieder umzudrehen, um die Burg „von unten“ (von der Angriffsseite) zu betrachten. Wuchtig wirkten sie, die Wehrmauern. Und das mussten sie wohl auch sein. Allzu exponiert war die Lage der Burg ja nicht – dieser Hügel war wohl kaum ein Hindernis für einen feindlichen Haufen.
Unser Tipp: Kehren Sie nicht gleich zum Parkplatz zurück, sondern besichtigen Sie auch das pittoreske Zentrum von Deutschlandsberg.















