„Vogelthemenweg“ – Pöllauer Tal

 

 

Distanz

Höhenmeter

Dauer

Rundweg

13 km

310 HM

3:30

       

Zwischen den Winzendorfer Teichen und Pöllau, direkt beim Reisebüro Retter, links abbiegen – beim Platzl am Bach beginnt die Wanderung.

Der Vogelthemenweg im Pöllauer Tal wurde 2021 neugestaltet, und ich muss gleich ein ganz großes Lob aussprechen: Den Pöllauern ist da wirklich etwas Tolles gelungen. Wir waren sowohl von der Wegführung als auch von den Schautafeln sehr begeistert.

Das Pöllauer Tal ist ein Naturpark – und ein sehr interessanter noch dazu, mit einer enormen Artenvielfalt. Im Jahr 2005 wollte man es genauer wissen, was so alles in diesem idyllischen Tal kreucht und fleucht. Sorgsam zählte man und stellte fest, dass 925 Pflanzenarten und 453 Tierarten in dieser Gegend heimisch waren.

Begünstigt wird diese unglaubliche Vielfalt sicherlich von den 16 km Baum- und Strauchhecken des Naturparks. Sie sehen nicht nur wunderbar aus, sondern bieten den Tieren auch ein behagliches Zuhause. Dazu kommt, dass in diesem Tal das warme illyrisch-pannonische Klima auf das Mittelgebirgsklima trifft. Ja, und dann gibt es noch diese wertvollen alten Streuobstwiesen, die von vielen Tieren sehr geschätzt werden.

Auch an der Pöllauer Safen gibt es Büsche und Bäume, und die erste Wegstrecke der Wanderung führt entlang diesem naturbelassenen Gewässer. Wir waren im Juli unterwegs, es war ein heißer Tag, und wir freuten uns, dass uns die Büsche Schatten spendeten.

Immer wieder konnte man zum Fluss gelangen – sauberes Wasser, Steine… Ich hoffte aufrichtig, eine Bachstelze zu entdecken. Über unseren Köpfen im Dickicht aus Laub und Zweigen hörten wir unzählige Vögel zwitschern. Hin und wieder flog ein Piepmatz über unsere Köpfe hinweg. Doch Vögel können sich im Laub sehr gut verstecken, daher konzentrierten wir uns mehr auf die Insekten und Schmetterlinge, die sich bei den unzähligen Blüten tummelten.

Einige Insekten wiederum konzentrierten sich hauptsächlich auf uns, was wir weniger toll fanden. „Elf zu zwei“, hörte ich neben mir Gregi murmeln, als wir gerade direkt neben dem Fluss auf den Kieselsteinen standen und ins Wasser sahen. „Was ist elf zu zwei?“, erkundigte ich mich interessiert. Interessiert daher, weil wir unterwegs waren und ich mir sicher sein konnte, dass es sich nicht um die von mir so ungeliebte Europameisterschaft handeln konnte. „Elf erlegte Bremsen gegen zwei erlegte Gelsen“, erklärte Gregi und kratzte sich am Unterarm.

Wieder eine Brücke, alte Obstbäume, dann gingen wir an einem Freiland-Geflügelhof und einer sehr belebten Hecke vorbei. Ein Schild klärte uns darüber auf, wie sehr Vögel Hecken liebten. Das muntere Treiben der gefiederten Kerlchen rund um das Buschwerk bewies den Wahrheitsgehalt. Schließlich querten wir die Asphaltstraße und kamen wieder in den Wald. Diesmal ging es neben einer Pferdeweide vorbei… „Achzehn zu vier“.

Wir schnauften im schattigen Wald den Weg bergauf und hörten nur noch wildes Summen neben unseren Ohren. „Lass mich nicht vergessen, einen Insektenspray auf dem Einkaufszettel zu notieren“, forderte ich Gregi auf, der neben mir eine neue Version des ursteirischen Schuhplattelns aufführte.

Wir hatten die obere Kuppe des Hügels erreicht und wurden mit einem wunderbaren Blick auf Pöllauberg belohnt. Der Wanderweg führte neben der Volksschule vorbei, hinein in den nächsten Wald und steil bergab, bis zu einem Bach… „21:3“.

Ein weiterer Anstieg stand uns bevor, an einem Bauernhaus vorbei. Alte, schöne, hochstämmige Obstbäume wuchsen hier. Wiesen mit Blumen, und die Aussicht war noch schöner als von der Volksschule aus. Nachdem wir einen weiteren Wald durchquert hatten, kamen wir zum nächsten Bauernhaus. Ein gigantisch großer Mostbirnenbaum wuchs hier. Verblüffend, wie groß Obstbäume werden können. Die hier lebende Bäuerin muss über einen grünen Daumen verfügen – überall auf dem Grundstück wuchsen wunderbar duftende Rosen.

Wir kamen wieder auf eine schmale Asphaltstraße. Ein Bankerl mit einem gigantischen Panoramablick lud zum Verweilen ein. Gegenüber – auf der anderen Talseite – lag die idyllische Kirche Sankt Anna, weiter links davon war Pöllauberg mit dem riesigen gotischen Gotteshaus, dahinter der Masenberg… noch weiter links im Tal der Ort Pöllau mit den mächtigen Kuppen der Klosterkirche. Und dahinter konnten wir die „Wildwiese“ mit der „Wildwiesenwarte“ ausmachen. Auf der Wildwiese gibt es den „Kultwanderweg“, der an alten, mystischen Lochsteinen vorbeiführt und vom heidnisch-keltischen Brauchtum erzählt. „Sankt Anna Kirche“… „Pöllaubergkirche“… „Kloster Pöllau“… einen Hügel weiter das „Kloster Vorau“… eine erstaunliche Kirchen- und Klosterdichte.

Wir folgten der Asphaltstraße nach oben und kamen schließlich in Lehen an. Hungrig kehrten wir im Gasthaus Schrank ein – ein familiär geführtes, gutbürgerliches Gasthaus mit wunderbarer Aussichtsterrasse. Hier wird noch selbst gekocht. Es gibt eine ehrliche, gute Küche (ein bisschen wie in den Achtzigerjahren) mit riesigen Portionen.

Gestärkt konnten wir die Wanderung weiter fortsetzen. Die Asphaltstraße führte bequem bergab, sodass man nicht auf den Weg achten musste, was auch gut war, denn die Aussicht auf dieser Wegstrecke ist wirklich toll. Hinter einem Buschenschank wuchs ein Hollunderbusch, der bereits schwarze Beeren trug, und doch hatte er auch noch eine blühende Dolde… wie schön. Ein steiler Weingarten, wieder ein Wald und dann ein noch steilerer Steig hinunter zur Schönauklamm. Der Fluss mit seinen vielen kleinen Kaskaden hat schon was… und dann noch die Ruine einer Mühle. „33:9“.

Und immer wieder die informativen Schilder über Vögel. Der Kleiber ist ein „Nachnister“. Damit das Einflugsloch nicht zu groß ist, klebt er es mit Lehm zu. Interessant. Und der Grünspecht ist grün, damit er nicht so rasch entdeckt wird, wenn er in der Wiese sitzt und Ameisen nascht. Während wir ein Schild mit den Informationen über Spechte studierten, saß in den Zweigen über uns eine Kohlmeise und beobachtete uns aufmerksam. Ihre Art, Informationen zu sammeln. Wahrscheinlich wunderte sie sich ein bisschen, warum wir immer wieder wie wild um uns schlugen. „39:10“.

Nach der Klamm trafen wir auf die einzige Person, die sich an diesem Tag in dieser Gegend ebenfalls zu einem Spaziergang entschlossen hatte. Ich nahm an, dass ihr schwanzwedelnder und bestens gelaunter Hund sie zu diesem „Gassigehen“ überredet hatte.

Das letzte Stück der Wanderung kannten wir schon. Wir gingen wieder entlang der Safen zurück… „45 erlegte Bremsen zu 12 erlegten Gelsen“.

Wir stiegen ins Auto und fuhren in Richtung Kaindorf. „Da ist ja die nächste alte Kirche“, meinte ich und zeigte auf die alte gotische Filialkirche von Sankt Stefan ob Hofkirchen. Sie ist auch ein absolutes Schmuckstück, mit dem unverputzten Bruchsteinmauerwerk, den riesigen Bodenplatten im Kircheninneren, den Gerüstlöchern… und besonders interessant ist der Erdstall „Die Frauenhöhle“, der sich in ihrer Nachbarschaft befindet.

 

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