„Kuruzzenwanderweg“ – Burgau nach Burgauberg

 

 

Distanz

Höhenmeter

Dauer

Rundweg

7,82 km

98 HM

2:15 h

Start:

Burgau

Zentrum  

Wir starten die Wanderung beim Schloss. Die „Burg in der Au“ war wohl namensgebend für den lieblichen Ort, der wunderschöne Drei- sowie Vierkanthöfe hat. Heute wird diese Burg als Schloss bezeichnet – ein wehrhaftes Schloss. Der mächtige Rundturm und der breite Wassergraben zeugen von der Wasserburg, die hier an dieser Stelle zum Schutz der Bevölkerung so wichtig war. Unzählige Tauben belagern das etwas buckelig-wellige Dach und spähen neugierig auf den großzügigen Badesee gegenüber dem Schloss.

Wir trennen uns nur ungern von diesem beschaulichen Ort, verlassen ihn in Richtung Burgauberg, queren das breite Lafnitztal, bis wir zum Fluss selbst kommen. Lafnitz, die Weißglänzende, nannten früher schon die Slawen diesen Fluss. Geht man über die Brücke, verlässt man die Steiermark und betritt das Burgenland. Ein harmloser, friedlicher Grenzübertritt. Doch das war leider nicht immer so.

Früher war die Lafnitz die Grenze zwischen Österreich und Ungarn. Burgau lag nahe dieser gefährlichen Grenze und hatte auch sehr darunter zu leiden. 1418 fielen die Ungarn in Burgau ein, 1605 die Heiducken und 1704 die Kuruzzen. Doch davon später.

Zuerst wandern wir den Berg hinauf, auf einem Hochwasserbehälter wurde eine Aussichtswarte errichtet. Man sieht an klaren Tagen vom Geschriebenstein über den Hochwechsel bis zu den Karawanken. Und vor allem sieht man die Therme Stegersbach und freut sich, dass wir es uns heutzutage gut gehen lassen können.

Ein kurzes Stückchen gehen wir retour. Laut Wanderführer müssten wir links abbiegen, wir jedoch gehen zurück bis zur Lafnitzbrücke. Wir queren die Brücke zur steirischen Seite, direkt danach biegen wir links ab und wandern den mäandernden Fluss entlang. Hier ist das Reich des Bibers, eindeutig. Biberrutschen, gefällte Bäume … ein natürlicher Bereich mit einem emsigen Baumeister.

Schön ist es hier, neben dem Fluss. Vögel kann man beobachten, nur der Biber versteckt sich gut. So gehen wir dahin und kommen zu einer Tschartake, einem hölzernen Wehrturm, aus massivem Holz gebaut, allerdings nicht unbedingt ein sicheres Bollwerk. Wir können hinaufklettern und in die Landschaft sehen. Vier Bauern und zwei Soldaten waren als Besatzung auf dem Turm. Die Bauern kamen von weit her, von Miesenbach, Wenigzell, Strallegg … Es waren keine kampferfahrenen Männer, sie waren (für die Zeit dazumal) sehr weit von zu Hause weg und ich nehme an, dass sie auch große Angst haben mussten vor den rebellierenden Ungarn, den wilden Kuruzzen. „Kruzitürken“ – dieser Fluch ist ein Andenken an diese fürchterliche Zeit.

Lieblicher ist die andere Seite der Lafnitz. Ein Steg führt hinüber und bunte segelförmige Kunstwerke mit Gesichtern begrüßen uns freundlich.

Nach diesem erneuten kurzen Abstecher ins Burgenland kehren wir wieder über den Steg in die Steiermark zurück. Vor uns liegt noch ein interessanter Feldweg – zurück nach Burgau. Unterwegs dürfen wir die Freilandschweinderln der Firma Labonca bewundern. Sie suhlen sich genüsslich im Schlamm, die dicke Lehmkruste auf dem Buckel schützt die zarte Schweinehaut vor Sonnenbrand. Die Äcker sind belebt. Sitzt da nicht ein Kiebitz? Und dann die ganz große Überraschung! Mitten am Weg sitzt ein Wiedehopf, ein wunderschöner noch dazu. Wir getrauen uns gar nicht, weiterzugehen, wir wollen ihn nicht vertreiben. Diesen seltenen Gesellen wollen wir so lange wie möglich betrachten.

Irgendwann wird es ihm dann doch zu bunt und er fliegt von dannen. Schade! An ehemaligen Tabakhütten vorbei gehen wir nun wieder in den Ort zurück und ich wundere mich über die vielen Wasserläufe in diesem Dorf. Es ist halt doch eine Au, eine Burg-Au. Schön war sie, die Wanderung. Eingekehrt wird beim Gasthof Janits. Die Burgauer sind aufgeschlossene Leute und bald haben wir eine anregende Unterhaltung mit den anderen Gästen.

Mein Tipp: Zu Ostern und zu Weihnachten gibt es im Schloss eine Ausstellung. Eine Möglichkeit, dieses alte Gemäuer auch von innen zu besichtigen.