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Distanz |
Höhenmeter |
Dauer |
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Rundweg |
7,2 km |
327 HM |
2,5 h |
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Start: |
Waldbach-Mönichwald |
Arzberghütte |
















Wir haben diese Wanderung in einer Wanderbroschüre „Einfach wandervoll“ der Region Joglland-Waldheimat entdeckt. Im Internet findet man diese Wanderung ebenfalls.
Startpunkt: Arzberghütte (über eine Forststraße von Waldbach oder Sankt Jakob im Walde erreichbar).
Ihr werdet schon mitbekommen haben, dass wir im Normalfall nicht unbedingt in den Bergen unterwegs sind. Doch an richtig heißen Sommertagen zieht es selbst uns in höhere Lagen, um der Hitze ein wenig zu entkommen – und der Romai-Rundwanderweg ist selbst bei hohen Temperaturen recht angenehm.
Von der Arzberghütte aus erreichten wir in 3 Minuten das Gipfelkreuz (1.111 m Seehöhe) und konnten eine herrliche Aussicht genießen – vom Hochwechselpanorama bis ins Burgenland. Markante Felsen, Bäume mit Flechtenbärten und Heidelbeerbüsche boten ein hübsches, alpines Ambiente. Wenn man mit Kindern unterwegs ist, sollte man sie hier allerdings nicht aus den Augen lassen.
Die nächste Wegstrecke ging bergab. Zuweilen war die Route steil, und wir mussten auf die losen Steine aufpassen. Langsam und achtsam zu gehen, zahlte sich jedoch aus. Hier gab es eine Kombination von verwitterten Steinen, an denen sich alte Wurzelstöcke krallten, einige Moospölster, dahinter Heidelbeerstauden und junge Tannen.
Die Wegführung verläuft ausschließlich im Wald. Heidelbeeren und Schwammerln gäbe es zu ernten. Doch auch andere hübsche Pflanzen konnten wir entdecken. Gregi sah einen Hirschzungenfarn und war hingerissen. Immerhin befindet sich dieses Gewächs auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Auch andere pflanzliche Raritäten wuchsen hier. Die weiße Waldhyazinthe sowie das gefleckte Knabenkraut bekamen wir vor die Linse. Nur die gefiederten Genossen auf den Baumkronen wollten sich nicht ablichten lassen. Während der Wanderung hörten wir das schönste Vogelkonzert – nur die klugen kleinen Federbällchen verstanden es zu gut, sich hinter Ästen und Laub zu verstecken.
Der Wanderweg führte weiter bergab, wir näherten uns der Schlucht. Rechts ragten hohe Felsen empor, links des Weges war ein steiler Hang zum Bach hinunter. Doch so steil wie der Gegenhang auf der anderen Bachseite war er dann zum Glück auch wieder nicht. Dort gab es offensichtlich in jüngerer Vergangenheit Muren, und Bäume lagen quer im Tal.
Wir erreichten den Rastplatz des Romai-Wasserfalls. Ich besah mir das Kreuz mit dem geschnitzten Herrgott. Seine Proportionen stimmten nicht ganz, und gerade das gefiel mir an ihm besonders. Ein Sprüchlein war zu lesen und auch, wie der Romai-Wasserfall zu seinem Namen kam. Das Gebiet im Waldbach war schon in der Römerzeit besiedelt – schwach zwar, aber doch. Und von eben diesen Römern sollte der Name stammen. Einige Bänke luden zum Rasten ein, das Bächlein war seicht, und man könnte toll darin die Füße abkühlen. Kleine Kaskaden waren bachaufwärts zu sehen.
Geht man jedoch bachabwärts, kommt man zu einem massiven Holzgelände, das den Aussichtspunkt auf dem Felsen direkt über dem Wasserfall absichert. Kluge Menschen nutzen die Rastbänke, um dort ihre Augengläser abzulegen, bevor sie sich zum Aussichtsfelsen begeben und hinab in die Gischt sehen. Ich gehöre leider nicht zu dieser Kategorie.
Begeistert stand ich über dem Wasserfall, der immerhin eine Fallhöhe von 8,10 Metern hat, und wollte ein Foto machen. Meine Sonnenbrille hatte scheinbar ihre eigenen Pläne – Pungee-Jumping ohne Seil oder so. Okay, der Einwand, dass die Brille ein Gegenstand ist, der sich keine Pläne machen kann, hat schon was. Aber egal. Ich stand da so und sah in die Tiefe – rumps – schon hing meine Sehhilfe einige Meter unter mir auf einem Farn, mitten auf dem steilen Felsen. Razepaduff!
Schnell blickte ich um. Gregi war noch mit den kleinen Kaskaden am oberen Bachlauf beschäftigt und widmete mir zum Glück keine Aufmerksamkeit. Jetzt muss ich leider etwas ausholen. Wir waren schon einmal bei diesem Wasserfall, und Gregi war damals hinter die Absperrung geklettert, um ein „sensationelles“ Foto zu machen. Ich hatte damals natürlich eine Heidenangst, daher musste er mir hoch und heilig versprechen, auf Kletterausflüge zu verzichten.
Etwas abseits des Wasserfalls gab es einen abschüssigen, steilen Pfad nach unten. Und diesen Steig musste ich nun hinunterkraxeln. Ich hoffte aus ganzem Herzen, meine geliebte Brille wieder irgendwie zu erhaschen.
Als Gregi schließlich selbst zum Aussichtsplatz kam und mich 8 Meter unterhalb im Bachbeet waten sah, staunte er nicht schlecht. „Warum um alles in der Welt bist du da runtergeklettert? Ausgerechnet du, die sogar schon in der Raabklamm umgekehrt ist, weil der Weg ‚zu gefährlich‘ war“, schien er mich zu fragen. Hören konnte ich es leider nicht – zu laut toste das Wasser. Also kletterte ich auf allen Vieren wieder zu ihm rauf, um ihm die Sachlage zu erklären.
Ich glaube, ich habe noch nie erwähnt, dass ich einen cleveren Mann habe. Wer intelligent ist, verwendet Werkzeug. Also suchte er sich eine dürre, 3 Meter lange Fichte, entfernte alle Seitenästchen und versuchte damit, meine Brille zu erhaschen, während ich wieder im Allradmodus nach unten kletterte, um die Brille aus dem Bachbett zu fischen, falls sie nach unten fallen würde. Immerhin wollte ich sie wieder haben, nicht, dass sie über den Winkelbach, den Weißenbach, die Lafnitz, die Raab, die Donau ins Schwarze Meer käme. Sie fiel auch etwas weiter nach unten, verhing sich allerdings wieder in Farn und war von oben mit der Stange nicht mehr zu erreichen. Also kletterte Gregi mit meinem Segen auch nach unten. Den Sehbehelf habe ich nun glücklicherweise wieder, und Gregi durfte offiziell nochmals (mit Kamera diesmal) nach unten klettern, um „sensationelle“ Fotos zu machen.
Eines muss ich jetzt allerdings ganz schnell klären. Man kann bei dieser Wanderung auch ganz hervorragende Fotomotive entdecken, ohne auch nur einen Schritt den bequemen Wanderweg zu verlassen: die tollen Wegweiser zum Beispiel in Form eines Holzschuhs, interessante Tiere wie einen C-Falter, einige Moorenfalter oder mehrere zweigestreifte Quelljungfern. Besonders gut gefielen mir die Glockenblumen, die ihr Habitat mit einem Fingerhut teilten.
Doch besonders schön war dann der Panoramablick vor der Arzberghütte. Der Gastgarten ist ein richtiges Genussplatzerl. Nicht nur der tollen Aussicht wegen, sondern auch wegen der Köstlichkeiten, die hier angeboten werden. Den Kaiserschmarrn mit Kompott kann ich wärmstens empfehlen.




















